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  BUND Quecksilber-Studie  
 
BUNDstudie: Quecksilber. Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten.
 
 
 
 
 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
 

Kurzinfo: Gesundheitsrisiko Schwermetalle

Quellen: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, www.lanuv.nrw.de, wikipedia.de

 

Wirkungen von Quecksilber

Quecksilber wird in großen Mengen durch menschliche Aktivitäten freigesetzt. Es wird geschätzt, dass jährlich etwa 2200 t als gasförmiges Quecksilber in die Atmosphäre abgegeben werden, zudem noch erhebliche Mengen in Böden und Gewässer. Die größte Emissionsquelle ist die Kohleverbrennung. In Stein- und Braunkohle tritt Quecksilber zwar nur in Spuren auf, die hohe Menge der weltweiten verbrannten Kohle führt aber zu erheblichen Freisetzungsraten. Weitere bedeutsame Quellen sind Zementwerke und die kleingewerbliche Goldgewinnung (Artisanal Small Scale Mining). Aufgrund der bekannten Gefahren freigesetzten Quecksilbers wird derzeit auf der Ebene des UN-Umweltprogramms (UNEP) diskutiert, ob ein eigenes internationales Abkommen mit dem Ziel der weltweiten Senkung der Emissionen verabschiedet werden soll.

Quecksilber ist ein äußerst giftiges Schwermetall, das bereits bei Zimmertemperatur verdunstet. Je nach Aufnahme sind sowohl eine akute als auch eine chronische Vergiftung möglich. Quecksilber kann allerdings sowohl Vergiftungen verursachen als auch in großer Menge wieder ausgeschieden werden. Besonders gefährlich sind vor allem auch Quecksilberverbindungen, die mit der Nahrung aufgenommen werden; siehe dazu Quecksilbervergiftung.

 

Wirkungen von Blei

Bei der Exposition gegenüber Blei stehen die langfristigen Wirkungen im Vordergrund. Chronische Bleibelastungen können vorrangig Anämie bzw. Bluthochdruck mit möglichen Herz-/Kreislaufeffekten verursachen. Bei vorgeburtlicher und frühkindlicher Exposition stehen Wirkungen auf das Nervensystem sowie auf die Fortpflanzung im Vordergrund.

Aus Tierversuchen liegen Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung von Blei und seinen anorganischen Verbindungen vor.

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2006 Blei und seine anorganischen Verbindungen (einatembare Fraktion) außer Bleiarsenat und Bleichromat als einen Stoff eingestuft, der als krebserzeugend für den Menschen anzusehen ist (Kategorie 2; MAK- und BAT-Wert-Liste 2006). In Kategorie 2 werden von der DFG Stoffen eingeordnet, für die durch hinreichende Ergebnisse aus Langzeit-Tierversuchen oder Hinweisen aus Tierversuchen und epidemiologischen Untersuchungen davon auszugehen ist, dass sie einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko leisten.

Akute Wirkungen von Blei auf den Menschen sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Brechreiz, Muskelschwäche und Anämie. Es ist allerdings davon auszugehen, dass derartige akute Bleivergiftungen bei den heutzutage vorhandenen Umweltkonzentrationen keine Rolle spielen. Zu den Risikogruppen gegenüber Bleiexpositionen zählen generell Schwangere, Kleinkinder, Personen mit Mangelernährung und Personen mit Bluthochdruck.

Aktuelle Messwerte

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW stellt für das Land Nordrhein-Westfalen kontinuierlich aktualisierte Messwerte für Blei zur Verfügung.

 

Wirkungen von Arsen

Bei den möglichen gesundheitsschädlichen Wirkungen für den Menschen durch Arsen steht dessen erwiesene kanzerogene Wirkung im Vordergrund. Dies gilt sowohl für die inhalative als auch für die orale Aufnahme. Inhalativ aufgenommenes Arsen ist ein erwiesenes Humankanzerogen. Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) stuft Arsen und anorganische Arsenverbindungen (Arsenmetall, Arsentrioxid und Arsenpentoxid, arsenige Säure, Arsensäure und ihre Salze, z. B. Bleiarsenat, Calciumarsenat) als einen eindeutig krebserzeugenden Arbeitsstoff ein.

Bei den nicht-kanzerogenen gesundheitsschädlichen Kurzzeitwirkungen sind vor allem Reizeffekte auf Schleimhäute und exponierte Hautpartien, Schädigungen des Immunsystems sowie fruchtschädigende Effekte zu nennen. Anorganische Arsenverbindungen sind hier im Vergleich zu anderen Arsenverbindungen weitaus toxischer. Untersuchungen zu den möglichen Kurzzeit- und Langzeitwirkungen beruhen in erster Linie auf einer Exposition gegenüber Arsentrioxid. Bei Personen die beruflich bedingt langfristig gegenüber Arsentrioxid exponiert waren, wurden insbesondere Hautläsionen, Neuropathien und Herz- und Gefäßerkrankungen beobachtet. Die Toxizität der verschiedenen Arsenverbindungen nach langfristiger inhalativer Aufnahme dürfte insbesondere von der Wasserlöslichkeit abhängig sein.

 

Wirkungen von Cadmium und seinen Verbindungen

Für alle Cadmiumverbindungen werden annähernd vergleichbare toxische Wirkungen festgestellt. Trotz der Unterschiede in der Wasserlöslichkeit differieren die verschiedenen Cadmiumverbindungen hinsichtlich ihrer Toxizität vergleichsweise wenig. Nur Cadmiumsulfid scheint nach vorliegenden Erkenntnissen eine geringere toxische Wirkung zu besitzen.

Bei der kurzfristigen inhalativen Aufnahme von Cadmium und Verbindungen ist die Lungentoxizität der relevante Wirkungsendpunkt. Auch fanden sich in Tierversuchen Hinweise auf fetotoxische und immuntoxische Effekte.

Auch bei der langfristigen inhalativen Aufnahme von Cadmium stehen Schädigungen der Lunge, d. h. speziell respirationstoxische Effekte, im Vordergrund.

Von besonderer Bedeutung sind ebenfalls die möglichen nierenschädigenden Wirkungen von Cadmium. Darüber hinaus können auch Schädigungen der Knochen auftreten.

Von entscheidender Bedeutung hinsichtlich adverser gesundheitlicher Wirkungen ist aber die kanzerogene Wirkung von Cadmium und Verbindungen. Aus verschiedenen epidemiologischen Studien an Personen, die beruflich einer inhalativen Cadmiumbelastung ausgesetzt waren, ergab sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lungentumoren. Dabei waren diese Personen verschiedenen Cadmiumverbindungen, wie Cadmiumoxidstaub und -rauch, Cadmiumsulfid und metallischem Cadmium ausgesetzt. In Tierversuchen mit Ratten konnte für mehrere Cadmiumverbindungen eindeutig eine krebserzeugende Wirkung festgestellt werden.

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft stuft Cadmium und seine anorganischen Verbindungen als einen Stoff ein, der beim Menschen Krebs erzeugt und bei dem davon auszugehen ist, dass er einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko leistet.

 

Wirkungen von Chrom

In der Umwelt treten Chrom-Verbindungen in verschiedenen Oxidationsstufen auf. Im Hinblick auf toxische Wirkungen sind Chrom(III)- und Chrom(VI)-Verbindungen relevant. Andere Oxidationsstufen (II, IV und V) sind in wässriger Lösung instabil und gehen in die vorgenannten Oxidationsstufen über. Bei der Bewertung der möglichen toxischen Wirkungen von Chrom-Verbindungen ist daher eine Unterscheidung nach Wertigkeitsstufen notwendig. Chrom(III)-Verbindungen können im Vergleich zu Chrom(VI)-Verbindungen als deutlich weniger toxisch angesehen werden.

Bei oraler Exposition gegenüber Chrom(VI)-Verbindungen sind als mögliche Wirkungen vor allem Reizungen des Magen-Darm-Traktes sowie Schädigungen der Niere zu nennen. Auf der Haut können Chrom(VI)-Verbindungen starke Reizungserscheinungen und allergische Reaktionen verursachen.

Bei inhalativer Exposition gegenüber Chrom(VI)-Verbindungen stehen starke Reizungen und Entzündungen der Nasenschleimhaut, Schädigungen der Lunge und Niere sowie allergisches Asthma im Vordergrund.

Aus epidemiologischen Studien liegen Erkenntnisse zur krebserzeugenden Wirkung von Chrom(VI)-Verbindungen vor. Die in diesen Untersuchungen festgestellte erhöhte Sterblichkeit von Beschäftigten in der Chromatproduktion und -verarbeitung infolge von Lungenkrebs wird der inhalativen Aufnahme von partikelgebundenen Chrom(VI) zugeschrieben. Auch im Tierversuch zeigten sich verschiedene Chrom(VI)-Verbindungen als krebserzeugend. Eine Unterscheidung zwischen einzelnen Chrom(VI)-Verbindungen nach ihrer kanzerogenen Wirkungsstärke ist aber nicht möglich. Dies vor allem, weil sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der kanzerogenen Potenz und der Wasserlöslichkeit nicht herstellen lässt. Für Chrom(VI) ist insgesamt die Kanzerogenität aber eindeutig belegt. Chrom(VI) wird von mehreren Organisationen als krebserzeugend für den Menschen gewertet. Für Chrom(III)-Verbindungen gibt es nach bisherigem Wissensstand dagegen keine Belege für eine kanzerogene Wirkung.

 

Wirkungen von Nickel

Nickel ist vor allem als ein starkes Kontaktallergen der Haut bekannt. Bei beruflich belasteten Personen sowie bei Personen, die mit nickelhaltigen Kleidungsstücken und anderen Gegenständen in Berührung kamen, wurden Kontaktdermatitis und Hautekzeme beobachtet. Frauen sind hierbei stärker betroffen, wobei die genaue Ursache hierfür noch unklar ist. Auch können durch sehr geringe oral aufgenommene Mengen von Nickel, bei bereits dermal gegen Nickel sensibilisierten Personen, allergische Symptome ausgelöst werden.

Als mögliche nachteilige Wirkungen bei der oralen Aufnahme von Nickel und seinen Verbindungen sind neben der Auslösung allergischer Symptome vor allem die reproduktionstoxischen Effekte und Hyperglykämie zu nennen.

Obgleich der größte Teil der Aufnahme von Nickel mit der Nahrung erfolgt, steht für den gesundheitsbezogenen Umweltschutz aber nicht das oral, sondern das inhalativ aufgenommene Nickel im Vordergrund. Inhalierte Nickelstäube können bereits in Konzentrationen, die nicht zu einer nennenswerten Erhöhung der gesamten Körperbelastung führen, schädliche Wirkungen im Atemtrakt hervorrufen. Nach langfristiger inhalativer Aufnahme kann Nickel kanzerogene Wirkungen sowie vor allem lungentoxische, nierentoxische, fruchtschädigende oder sensibilisierende Wirkungen aufweisen. Die Lungentoxizität bildet den sensibelsten Wirkendpunkt von Nickel. Lungentoxische Wirkungen treten unter Umständen bereits in einem Konzentrationsbereich auf, der nicht zu einer relevanten Erhöhung des Lungenkrebsrisikos führt. Auch nach kurzfristiger inhalativer Exposition gegenüber Nickel und seinen Verbindungen stehen die lungentoxischen Effekte im Vordergrund.

Nickel ist ein erwiesenes Humankanzerogen, d.h. Nickelmetall, Nickelacetat und vergleichbare lösliche Salze, Nickelcarbonat, Nickelchlorid, Nickelmonoxid, Nickeldioxid, Dinickeltrioxid, Nickelhydroxid, Nickelsulfid, Nickelsubsulfid und Nickelsulfat sind nach Einstufung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beim Menschen krebserzeugend (MAK- und BAT-Werte-Liste 2005). Im Hinblick auf die toxischen und kanzerogenen Wirkungen ist zwischen den verschiedenen Nickelverbindungen, und insbesondere zwischen löslichen und schwerlöslichen Nickelverbindungen, zu unterscheiden.

Allerdings sind die möglichen toxikologischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Nickelverbindungen bislang nicht abschließend geklärt. Eine geringere Toxizität von schwerlöslichen Nickelverbindungen ist ggf. zu vermuten, derzeit aber nicht abschließend quantifizierbar. Insgesamt wird derzeit davon ausgegangen, dass Nickelverbindungen mit unterschiedlichen physikochemischen Eigenschaften wie insbesondere der Wasserlöslichkeit keine gravierenden Unterschiede in der respirationstoxischen Wirkung aufweisen.

Ableitungen von Bewertungsmaßstäben beruhen auf Untersuchungen mit bestimmten Nickelverbindungen wie z. B. Nickelsulfat und Nickelsubsulfid.