ASTRHEIN - Aktionsbuendnis Sauberer Strom am Rhein
 
 
 

 
 
 
 
     
 

04.06.2009

Offener Brief an OB Elbers wg. "Energiegipfel"

 
     
 

25.05.2009

Mogelpackung Naturrhein-Strom?

 
     
 

20.05.2009

Modernisierung statt Neubau?

 
     
 

17.05.2009

Erfolgreicher Aktionstag "Jetzt umschalten!"

 
     
 

13.03.2009

Mahnwache gegen Kraftwerk

 
     
 

03.03.2009

Genehmigungsverfahren ruht

 
     
 

05.02.2009

Stadtrat gegen Kohlekraftwerk

 
     
 

19.12.2008

Gas statt Kohle?

 
     
 

05.12.2008

ASTR(H)EIN begrüßt CDU-Nein zum Kraftwerk

 
     
 

26.11.2008

650-Millionen-Fehlinvestition

 
     
 

31.10.2008

BUND-Stellungnahme zum Genehmigungs-antrag

 
     
 

09.10.2008

Kraftwerksprotest vor Landtag

 
     
 

11.08.2008

Klima-Check der OB-Kandidaten

 
     
 

10.07.2008

Stadtwerke-Beteiligung in Hilden

 
     
 

16.06.2008

ASTR(H)EIN zur OB-Wahl

 
     
 

06.06.2008

Neuss lehnt Kohlekraftwerk ab

 
     
 

21.05.2008

Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke

 
     
 

04.05.2008

Bügerbegehren gegen Stadtwerke-Übernahme in Hilden

 
     
 

08.04.2008

ASTR(H)EIN begrüßt Beitritt zum Klima-Bündnis

 
     
 

Ökostromwechselparty am Freitag, den 29. Februar 2008 in Oberbilk

 
     
 

28.02.2008

Kostenexplosion: Kraftwerk vor dem Aus?

 
     
 

Ökostromwechselparty am Freitag, den 22. Februar 2008 in Derendorf

 
     
 

13.02.2008

Aktionsbündnis begrüßt 30-Punkte-Klimaschutz-Plan / Klimaschutzziele in Düsseldorf aber nur ohne Kohlekraftwerk erreichbar

 
     
 

Kraftwerks-Infostand: 09.02.2008 am Barbarossaplatz in Oberkassel

 
     
 

Ökostromwechselparty am Freitag, den 18. Januar 2008 in Düsseldorf

 
     
 

23.11.2007

BUND-Kritik am Energieprogramm 2020 der Stadtwerke

 
     
 

17.11.2007

Kraftwerksdiskussion mit Bundesumwelt-minister Sigmar Gabriel

 
     
 

11.10.2007

Bürgerforum "Steinkohlekraftwerk? Nein danke!"

 
     
     
 
ASTR(H)EIN-Plakat
 
     
 
 

Archiv

Aktuelle Informationen, Veranstaltungs- und Aktionshinweise

 
 
 

09.06.2009

Energiegipfel greift ASTR(H)EIN-Forderung auf

Düsseldorf soll CO2-neutral werden

Der nun offiziell als "Fachgespräch" eingestufte so genannte "Energiegipfel" hat gestern unter Ausschluss von ASTR(H)EIN stattgefunden. OB Elbers ließ unsere in einem Offenen Brief am 4. Juni geäußerte Kritik an diesem unausgewogenen besetzten Gespräch bis heute unbeantwortet. Über die Medien ließ er verlauten, er wolle keine "Laberbude". Dies kann man auch als Affront betrachten, denn schließlich hätte ASTR(H)EIN höchst konkrete Vorstellung zur Zukunft der Düsseldorf Energieversorgung einzuspeisen gehabt.

Trotzdem sind durchaus positive Ergebnisse zu vermelden. Der Oberbürgermeister hat die ASTR(H)EIN-Forderung vom 16. Mai aufgegriffen, Wege für ein CO2-neutrales Düsseldorf bis zur Mitte des Jahrhunderts aufzuzeigen. Jetzt soll ein entsprechendes Fachgutachten die konkrete Umsetzung vorbereiten.Wir sehen darin durchaus das ernsthafte Bemühen, Düsseldorf ein Stück weit zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu machen.

Im Einzelnen wurde Folgendes vereinbart:

  • Die Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt die Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens zum Thema "Klimaneutrales Düsseldorf 2050 und der Weg dahin" unter Mitarbeit der Stadtwerke Düsseldorf AG.
  • Im Jahr 2010 wird im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag zum zweiten Mal eine Kommunale Klimaschutz-Fachtagung stattfinden.
  • Die Stadtverwaltung erarbeitet gemeinsam mit der Stadtwerke Düsseldorf AG ein Wärme- und Kühlungsbedarfs- sowie ein Wärmeerzeugungskataster. Damit fördert die Landeshauptstadt den Ausbau der Kraftwärmekopplung und somit vor allem die Wärmeversorgung Düsseldorfs.
  • Die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Stadtwerke Düsseldorf AG haben mit weiteren Beteiligten den so genannten EcoTech-Fonds eingerichtet. Die Mittel dieses Fonds sollen insbesondere in die Entwicklung zukunftsweisender Technologien aus dem Bereich des Klimaschutzes investiert werden.
  • Eine weitere zukünftige Kooperationsmöglichkeit wurde von Seiten der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Stadtwerke Düsseldorf AG im Bereich der Elektromobilität gesehen. Sobald entsprechende Servicestationen eingerichtet worden sind, können Elektroautos durch Düsseldorfs Straßen rollen.
  • Es wurde vereinbart, dass Vertreter der Stadtverwaltung Düsseldorf und der Stadtwerke Düsseldorf AG einzelne Fragen zur zukünftigen Energieversorgung Düsseldorfs in Arbeitsgruppen vertieft behandeln werden.
 
 

04.06.2009

Energiewende für Düsseldorf" - "Energiegipfel" am 8. Juni 2009 -

 
 
 

In einem Offenen Brief an OB Dirk Elbers fordert ASTR(H)EIN konkrete Klimaschutzmaßnahmen und mehr Transparenz.

 
     

Offener Brief an Oberbürgermeister Dirk Elbers

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Rat der Stadt Düsseldorf hat sich klar für mehr Klimaschutz und gegen das von der Stadtwerke Düsseldorf AG geplante Steinkohlekraftwerk auf der Lausward ausgesprochen. Wir begrüßen dieses Votum sehr, da unsere Stadt nur durch den Verzicht auf das Kohlekraftwerk den notwendigen Gestaltungsspielraum für eine zukunftsfähige Energieversorgung im Einklang mit den Belangen des Gesundheitsschutzes und der Stadtentwicklung erhält.

Diesen Gestaltungsspielraum gilt es nun zu nutzen. Mit den „30 Initiativen für den Klimaschutz“ wurde hierfür eine erste Grundlage geschaffen, die aber bei weitem nicht ausreicht. Was Düsseldorf unseres Erachtens braucht, ist ein alle Sektoren umfassendes Klimaschutzkonzept, welches konkrete Schritte zum Erreichen des durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis vorgegebenen Ziels einer Verminderung der CO2-Emissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro EinwohnerIn und Jahr definiert. Klimaschutz duldet keinen weiteren Aufschub, Handeln tut Not!

Medienberichten zufolge planen Sie für den 8. Juni einen so genannten „Energiegipfel“, zu dem offenbar neben unabhängigen Energieexperten auch VertreterInnen der Stadtwerke, der Industrie- und Handelskammer etc. geladen wurden. Diese Initiative ist lobenswert, allerdings bedauern wir außerordentlich, dass eine ausgewogenere Zusammensetzung dieses Expertenkreises offenbar nicht gewünscht war. Wir hätten es begrüßt, wenn zumindest auch VertreterInnen der im Bereich des Klimaschutzes in Düsseldorf aktiven Verbände und Initiativen zum „Energiegipfel“ geladen worden wären. Wir würden uns deshalb freuen, wenn wir an diesem Gespräch noch beteiligt würden.

Ohne eine transparente Einbindung der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger werden die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen kaum die notwendige Akzeptanz und Unterstützung finden. Unser Bündnis hat auf dem Aktionstag „Umschalten jetzt! Energiewende für Düsseldorf“ am 16. Mai sehr viel positiven Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten. Diesen Rückenwind für den Klimaschutz in Düsseldorf gilt es jetzt gemeinsam zu nutzen.

Daneben möchten wir Sie bitten, darauf hinzuwirken, dass die Stadtwerke Düsseldorf AG nicht länger das Votum des Stadtrates nach einem Zurückziehen des Antrags auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids für den geplanten Kohleblock C missachtet.

 

Hochachtungsvoll

 

Dirk Jansen

ASTR(H)EIN

 

cc:

Bürgermeisterin Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Bürgermeisterin Gudrun Hock

Bürgermeister Friedrich G. Conzen

Ratsfraktionen von CDU, SPD, FDP,

Bündnis 90 / Die Grünen und Die Linke 

 
 

25.05.2009

Zweifelhaftes Stadtwerke-Angebot

Mogelpackung Naturrhein-Strom?

Neben herkömmlichem Strom, der vor allem aus Kohle- und Atomkraftwerken stammt, bieten die Stadtwerke Düsseldorf seit 2004 auch den "grünen" Tarif "Naturrhein" an. Beworben wird dieser als "100 Prozent regenerative Energie". "Mit jeder bestellten Kilowattstunde Naturrhein-Strom leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz", verspricht der rheinische Versorger im hauseigenen Werbematerial. Ein Versprechen, das mit Vorsicht zu genießen ist.


Entscheidend für den Umweltnutzen ist, ob der Bezug des Ökostroms zum Bau neuer Kraftwerke mit regenerativen Energien führt. Bei "Naturrhein" ist dies leider nicht garantiert. Die Gütesiegel "ok power" und "Grüner Strom Label" formulieren dagegen weiter gehende Anforderungen, die aktiv zu einem zusätzlichen Ausbau umweltfreundlicher Stromerzeugung führen sollen. Das "Grüne Strom Label" berücksichtigt zudem die jeweilige Firmenpolitik: Ein Unternehmen, das sich negativ gegenüber umweltfreundlicher Stromerzeugung und -nutzung verhält, wird nicht zertifiziert.


"Naturrhein" erfüllt keine dieser Vorgaben. Zwar wird der entsprechene Strom zu 100 Prozent in Anlagen regenerativer Erzeugung hergestellt. Aber davon entstammen knapp 16 Prozent gesetzlich geförderten Anlagen. Der Rest entfällt auf seit Jahrzehnten in Betrieb befindliche Wasserkraftwerke in der Schweiz. Mit anderen Worten: "Naturrhein" ist sogenannter "Ohnehin-Strom". Wer dieses Angebot nutzt, leistet damit keinen Beitrag zur Verdrängung von Kohle- und Atomstrom, sondern stärkt den Status quo und unterstützt nebenbei einen Kernkraftwerksbetreiber: Die Stadtwerke Düsseldorf befinden sich mehrheitlich (54,95 Prozent) im Besitz des drittgrößten deutschen Stromkonzerns "Energie Baden-Württemberg AG" (EnBW), deren Hauptaktionär Électricité de France (EDF) ist. Sowohl EnBW als auch EDF setzen im Bereich der Stromerzeugung überwiegend auf Kernenergie. Gemeinsam betreiben sie unter anderem das Atomkraftwerk Fessenheim, das aufgrund seines Alters und wegen der zahlreichen Störfälle als eines der unsichersten Frankreichs gilt.

   


Wer richtigen Ökostrom beziehen möchte, sollte daher ganz genau hinschauen. Die Webseite Atomausstieg selber machen hilft bei der Entscheidung. Weitere Infos zu den Gütesiegeln: www.gruenerstromlabel.de/ ; www.energie-vision.de/

Hinweis: Der Artikel "Nur grüner Anstrich? Ökostrom-Tarife traditioneller Energieunternehmen" von Holger Wendler (BUND) und Dr. Wolfgang Irrek (Wuppertal Institut) beleuchtet die Thematik. Der Artikel steht hier als Download zur Verfügung.

 
 
 
 
 
Stadtwerke

14 Prozent mehr Gewinn

VON MICHAEL BROCKERHOFF

Düsseldorf (RP) Der Gewinn des Düsseldorfer Energieversorgers ist im vergangenen Jahr auf 66 Millionen Euro gestiegen. Auch die Zahl der Kunden ist gewachsen. Beteiligungen an anderen Stadtwerken sollen für den Wettbewerb stark machen. ... mehr

 
     
 

Stadtwerke Düsseldorf AG wachsen weiter im Wettbewerb. Solides Ergebnis für 2008

(Düsseldorf, 20.05.09) „Mit dem Geschäftsjahr 2008 sind wir zufrieden, wir behaupten uns weiterhin gut im Wettbewerb“, resümiert Markus F. Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf AG. Begünstigt durch einen Steuereffekt erreichte der Jahresüberschuss 66 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank im gleichen Zeitraum belastet durch Sondereffekte wie beispielsweise Rückstellungen um 4,3 Mio. Euro. ...mehr

 
     

20.05.2009

Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke

Wird Block E modernisiert?

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke Düsseldorf AG am 20. Mai äußerte sich der Vorstandsvositzende Markus F. Schmidt auch zu den Kraftwerksplanungen.

In der Rheinischen Post wird er wie folgt zitiert: "Die Pläne für einen Kohleblock auf der Lausward sind zurzeit gestoppt, die Grundlagen für eine wirtschaftliche Erzeugung werden neu berechnet." Ende des Jahres sei mit Ergebnissen zu rechnen. Auf jeden Fall werde der in die Jahre gekommene Block E modernisiert. Ob dann später ein Kraftwerksblock für Gas errichtet werde oder andere Erzeugungsmöglichkeiten etwa durch Blockheizkraftwerke genutzt würden, sei noch unklar.

Ist das nun ein klare Absage an das Kohlekraftwerk oder nicht? Klar ist: Wenn Block E mit so genannten Retrofit-Maßnahmen ertüchtigt wird, gibt es auch aus Sicht der Stadtwerke kein Argument mehr für einen neue Kohleblock C.

Dann stellt sich aber mehr denn je die Frage, warum die Stadtwerke deb bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereichten Genehmigungsantrag aufrecht erhalten.

Die Stadt hat Klarheit verdient, was nur heißen kann, dass der Antrag jetzt auch offiziell zurückgezogen werden muss.

 
 

17.05.2009

   
   
   
 

Die Energieexperten Dr. Kurt Berlo, Rosa Hemmers und Prof. Dr. Uwe Leprich skizzierten Möglichkeiten für die Energiewende. Fotos: D. Jansen

 
     
 

Mehr Bilder ...hier

 
 
 
 
 

 

Aktionstag „Jetzt umschalten – Energiewende für Düsseldorf“

„Düsseldorf soll CO2-neutral werden“

 

Düsseldorf, 17.05.2009 – Der erste Düsseldorfer Klimagipfel von Umweltverbänden, Initiativen und kirchlichen Gruppen war ein voller Erfolg. Etwa 300 Bürgerinnen und Bürger besuchten den Aktionstag „Jetzt umschalten – Energiewende für Düsseldorf“. Die Verbraucherzentrale NRW, Ökostromanbieter und Initiativen boten Informationen u.a. über die Möglichkeiten des Energiesparens, Ökostrom oder Elektromobile. Vorträge zu energiepolitischen Themen und eine Podiumsdiskussion mit namhaften Experten rundeten das Programm ab. Träger des Aktionstages waren ASTR(H)EIN, attac, der BUND, die Diakonie, Düssel-Solar, die Evangelische Kirche, die Klima-Allianz NRW, der VCD und Robin Wood. Eröffnet wurde der Aktionstag durch den Düsseldorfer Superintendenten Ulrich Lilie.

„Das Ziel eines CO2-neutralen Düsseldorf bis zur Mitte des Jahrhunderts ist keine unrealistische Utopie“, resümiert Dirk Jansen, Sprecher des Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN. „Trotz punktuell guter Ansätze der Verwaltung ist die Landeshauptstadt davon aber noch Lichtjahre entfernt. Längst überfällig ist ein integriertes Klimaschutzkonzept mit verbindlichen Zielvorgaben in Fünf-Jahres-Schritten.“ Derzeit liegen die Kohlendioxid-Emissionen der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit etwa 10 Tonnen pro Kopf und Jahr im Bundesdurchschnitt und damit weit vom einem nachhaltigen Niveau von 2,5 Tonnen entfernt.

Neben der Aufstellung eines Klimaschutzkonzepts seien aber auch strukturelle Veränderungen bei den Stadtwerken notwendig, um die Klimaschutzziele zu erreichen. „Angesichts der ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen, die mit der Bereitstellung von Energie zusammen hängen, muss sie als öffentliches Gute betrachtet werden. Daher ist es zwingend notwendig, dass Energie auch über die öffentliche Hand zur Verfügung gestellt wird. Die Stadtwerke Düsseldorf gehören wieder in kommunale Hand“, fordert Thomas Eberhardt-Köster, Sprecher von Attac in Düsseldorf.

Die Veranstalter des Aktionstages sehen sich in ihren Forderungen durch namhafte Energieexperten unterstützt. Prof. Dr. Uwe Leprich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Dr Kurt Berlo vom Wuppertal-Institut und die EUROSOLAR-Vorsitzende Rosa Hemmers waren sich auch einig, dass ein Steinkohlekraftwerk alle Bemühungen auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Kommune zunichte machen würde. Anstatt an überkommenen Energiestrukturen festzuhalten, müssten alle Stromeinsparpotenziale genutzt und der Heizwärmebedarf um 80 % reduziert werden. Durch die Beteiligung z.B. an Off-Shore-Windparks und den Bau von Biomassekraftwerken könnte der überwiegende Teil des Düsseldorfer Strombedarfs regenerativ erzeugt werden. Dezentrale Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung und lokalen Nahwärmeinseln könnten die Erzeugungsstruktur komplettieren. Die Zeit der großen Kraftwerke und Fernwärmenetze sei vorüber, die Zukunft gehöre den wesentlich effektiveren und rentableren dezentralen Lösungen.

Die Veranstalter des Aktionstages kündigten an, jetzt verstärkt den Dialog mit den Vertretern von Politik und Verwaltung zu suchen, um gemeinsam den Weg zu einer klimafreundlichen Kommune zu beschreiten.

 

 
 

12.05.2009

     
   
     
 
Der Einladungsflyer als Download.
 
     
 

PRESSEticker:

 
 

Düsseldorf , 12.05.2009, Michael Mücke

1. Klimaschutzgipfel

Solardächer auf Kirchen

Ein breites Bündnis von Umweltverbänden bis zur Evangelischen Kirche hat sich zusammengeschlossen, um sich für eine Klimawende in Düsseldorf stark zu machen und nach Wegen zu suchen, die die Energieversorgung ohne ein Kohle-Kraftwerk im Hafen sicherstellen.mehr...

 
     
     

 

Verbände und Initiativen veranstalten Düsseldorfer Klimagipfel

„Jetzt umschalten – Energiewende für Düsseldorf“

Düsseldorf, 12.05.2009 – Unter dem Motto „Jetzt umschalten – Energiewende für Düsseldorf“ lädt ein breites Düsseldorfer Bündnis aus Verbänden, Kirchen und Initiativen für den kommenden Samstag zum Klimagipfel in die Berger Kirche im Herzen der Düsseldorfer Altstadt ein. Träger des Aktionstages sind ASTR(H)EIN, attac, der BUND, die Diakonie, Düssel-Solar, die Evangelische Kirche, die Klima-Allianz NRW, der VCD und Robin Wood. Eröffnet wird der Aktionstag durch den Düsseldorfer Superintendenten Ulrich Lilie.

Während der Oberbürgermeister Dirk Elbers seinen geplanten „Energiegipfel“ offenbar unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchführen will und die Stadtwerke am geplanten Steinkohlenkraftwerk festhalten, gehen die Initiatoren des Aktionstages nach eigenem Bekunden in die Offensive. Der Energiewendetag bietet ein breites Angebot an Informationen und diskutiert mit namhaften Experten die kommunalen Anforderungen an eine Energiewende. Damit wollen die Veranstalter aufzeigen, was jeder einzelne für den Klimaschutz tun kann. Gleichzeitig sollen aber auch die kommunalpolitischen Notwendigkeiten aufgezeigt werden. Im Vorfeld der Kommunalwahlen soll damit auch der Dialog mit den KandidatInnen für den Stadtrat eingeleitet werden.

Auch wenn sich die Stadt Düsseldorf durch den Beitritt zum Klima-Bündnis zu einer kontinuierlichen Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen bekannt hat, ist die Landeshauptstadt entgegen der Auffassung des Oberbürgermeisters Dirk Elbers keineswegs Vorreiter beim Klimaschutz. Mit Kohlendioxid-Emissionen von etwa 6 Millionen Jahrestonnen ist die Stadt Düsseldorf noch weit von dem durch das Klima-Bündnis vorgegebenen Ziel einer Verminderung ihrer CO2-Emissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro EinwohnerIn und Jahr entfernt. Mit den „30 Initiativen für den Klimaschutz“ wurde zwar ein erster Aufschlag vorgelegt, ein kommunales Klimaschutzkonzept existiert jedoch nicht.

Die Zeit ist also überreif für eine Energiewende. Wenn Düsseldorf zukunftsfähig sein will, muss die Stadt schnellstmöglich auf Effizienz und Erneuerbare Energien setzen. Der Aktionstag „Jetzt umschalten – Energiewende für Düsseldorf“ will hierzu einen ersten Beitrag liefern. Neben einem breiten Vortragsprogramm informieren Initiativen, Hersteller, Ökostrom-Anbieter und Verbände u.a. über den Stromwechsel, das Energiesparen, die Beteiligung an Bürgersolaranlagen, umweltfreundliche Mobilität, internationale Zusammenarbeit usw. usf. Mit dabei sind unter anderem die Verbraucherzentrale NRW, Bau-Ko Solar, CityEl, das Solar-Info-Center und Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy, die Naturstrom AG und EWS Schönau. Der Eintritt ist kostenlos.
 
 

 

Vorankündigung Aktionstag

Jetzt Umschalten - Energiewende für Düsseldorf

 

Samstag, 16. Mai 2009

11.00 bis 17.00 Uhr

Bergerkirche, Altstadt

Energiewende in Düsseldorf – Warum?

Düsseldorf will Weltstadt sein. Als Wirtschaftsstandort. In Sachen Kunst, Mode oder Sport. Entsprechend energiehungrig ist die NRW-Kapitale. Noch immer wird der Strombedarf der Landeshauptstadt in erster Linie über umweltbelastende fossile Ressourcen gedeckt. Das von den Düsseldorfer Stadtwerken geplante Kohlekraftwerk auf der Lausward ist immer noch nicht endgültig ad acta gelegt. Schlimmstenfalls wird es gegen den Willen von Bürgern und Bürgervertretern vom Mehrheitseigner EnBW durchgedrückt.

Die Zeit ist also überreif für eine Energiewende! Wenn Düsseldorf zukunftsfähig sein will, sollte die Stadt schnellstmöglich auf Effizienz und Erneuerbare Energien setzen. Zum Wohle der Umwelt und ihrer Bewohner.

Energiewende in Düsseldorf – Wie?

Aber wie kann die Energiewende in Düsseldorf herbeigeführt werden? Mit diesem Thema beschäftigt sich der Aktionstag. Er bietet vielfältige Informationen und diskutiert zudem die Fragen:

  • Wie schneidet Düsseldorf in seiner energiepolitischen Bilanz lokal und global ab?
  • Welche energiepolitischen Optionen für eine sozial- und klimagerechte Stadtentwicklung gibt es und wie können sie ausgeschöpft werden?
  • Wie funktionieren regenerative Energien in der Praxis?
  • Welchen Beitrag können sie für eine energiepolitische Wende leisten?

Experten aus Theorie und Praxis zeigen Wege für eine kommunale Energiewende hin zu sozial- und umweltverträglichen Energien. Während der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Bringen Sie dazu den Vertrag mit Ihrem Energieversorger mit.

Energiewende in Düsseldorf – Wann, wo?

Es ist keine Zeit zu verlieren. Der Aktionstag kann der Auftakt für eine Energiewende in Düsseldorf werden!

Programm:

Informationsstände: Von 11 bis 17 Uhr informieren Initiativen und Verbände wie ASTR(H)EIN, ATTAC, BUND, Klima-Allianz NRW, VCD, Robin Wood und die Umweltgruppe der Thomaskirche über ihre Arbeit. Die Verbraucherzentrale NRW berät zum Thema Energiesparen, und Anbieter alternativer Energien stellen ihre Produkte vor.

     
   
     

Vorträge und Diskussionen:

Moderation: Andreas Vollmert

11:00 Begrüßung:Superintendent Ulrich Lilie

11:10 Tim Thissen (Robin Wood): Atomenergie

11:35 Doris Dams (VCD): „Umweltfreundliche Mobilität“

12:00 Bernd Blaschke (Umweltgruppe Thomaskirche): „Solardächer auf Düsseldorfer Kirchen“

12:30 Harald Scharwächter: Elektro-Autos

13:00 Bernd Blaschke (Umweltgruppe Thomaskirche): „Projekt für Umweltschutz und Entwicklungshilfe in Madagaskar“

13:30 Thomas Eberhardt-Köster (ATTAC): „Energie - ein öffentliches Gut!“

14:00 Dirk Jansen (ASTR(H)EIN): „Kein Kohlekraftwerk in Düsseldorf!“

14:30 N.N. (Düssel-Solar): Solarstrom

Von 15 bis 17 Uhr findet eine Diskussionsrunde mit Expertinnen und Experten statt:

  • Prof. Dr. Uwe Leprich (Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes)
    "Energiewende - Hintergrund, Notwendigkeit und Rahmenbedingungen"
  • Dr. Kurt Berlo ( Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie)
    "Energiewende auf kommunaler Ebene"
  • Rosa Hemmers (Vorsitzende EUROSOLAR – Sektion Deutschland)
    "Stadtwerke der Zukunft"

Mehr Infos zu den Experten

 
 

13.03.2009

     
   
     

Stadtwerke missachten Bürgerwillen / EnBW-Chef verweigert Gespräch

Mahnwache gegen Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf

 

Mit einer Mahnwache am Rande der Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Düsseldorf AG untermauerten UmweltaktivistInnen heute in Düsseldorf ihre Forderung nach dem Stopp aller Kohlekraftwerksplanungen in der Landeshauptstadt. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Düsseldorfer Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein – ASTR(H)EIN“, die Klima-Allianz NRW und weitere Verbände forderten die Stadtwerke auf, den bei der Bezirksregierung Düsseldorf vorliegenden Genehmigungsantrag für das Kraftwerk zurückzuziehen und die Hängepartie um das umstrittene Projekt damit offiziell zu beenden.

Vorab war bekannt geworden, dass die von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) majorisierten Stadtwerke trotz des ablehnenden Beschlusses des Stadtrates vorerst weiterhin am Bau des umstrittenen Kohleblocks C festhalten wollen. Offenbar soll die endgültige Entscheidung bis nach der Kommunalwahl herausgezögert werden.

Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte der BUND mehr als 2.500 Protestschreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Düsseldorf AG, EnBW-Chef Hans-Peter Villis, geschickt. Darin wurde der Stopp aller Kraftwerksplanungen gefordert. Die geplante persönliche Übergabe der Schreiben an Villis scheiterte allerdings an der Verweigerungshaltung des EnBW-Vorstandsvorsitzenden.

Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter und Initiativen-Sprecher: „Die Stadtwerke und deren Mehrheitseigner scheuen offenbar den Bürgerwillen. Im stillen Kämmerlein und über die Köpfe der Betroffenen hinweg soll über ein Projekt entschieden werden, dass die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ablehnen und das gravierende negative Auswirkungen für die ganze Stadt hätte. Jetzt rächt sich der Verkauf der kommunalen Stadtwerke-Anteile an den Energiemulti.“

Nach der Aufsichtsratssitzung teilten die Stadtwerke mit, das Unternehmen prüfe nun Alternativen zum geplanten Kraftwerksprojekt am Standort Lausward und untersuche darüber hinaus Möglichkeiten für eine ökologische Optimierung des aktuellen Projektes. Das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung ruhe daher zurzeit. Damit trage das Unternehmen den Bedenken der Düsseldorfer Lokalpolitik in Bezug auf das Kraftwerksprojekt Rechnung. BUND und ASTR(H)EIN können diese Einschätzung nicht nachvollziehen, denn der Stadtrat hat schließlich einstimmig an die Stadtwerke appelliert, den Genehmigungsantrag zurückzuziehen.

Allerdings gaben die Stadtwerke zu, dass die in den letzten Monaten dramatisch geänderten Rahmenbedingungen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise eine erneute Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Projektes und alternativer Anlagenkonzepte notwendig machten. Das es auch anders geht, bewies gestern der Energiemulti Vattenfall. Nach vehementen Protesten von BUND und anderen Umweltverbänden verzichtet der Konzern auf den geplanten Neubau eines 800 MW-Steinkohlekraftwerks in Berlin und setzt stattdessen auf kleinere Biomasse- und Gaskraftwerke.

 

Mahnwache anlässlich der Stadtwerke-Aufsichtsratssitzung am

13. März 2009, ab 10.00 Uhr, Höherweg 100

   
   
   
   
   
         
 
 

Steinkohlekraftwerk Düsseldorf stoppen

Jetzt mitmachen! Aufruf unterschreiben!

Das Kohlekraftwerk in Düsseldorf steht auf der Kippe. Alle relevanten Parteien sprechen sich gegen den von den Düsseldorfer Stadtwerken (Mehrheitsaktionär EnBW) geplanten Neubau aus.

Im vergangenen Jahr hatte der Investor angekündigt, kein Kraftwerk gegen den Willen der Stadt zu errichten. Dennoch zögert der Aufsichtsrat, den Genehmigungsantrag zurückzuziehen und Alternativen zu prüfen. Eine Entscheidung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, sondern muss auf der nächsten Aufsichtsratsitzung fallen!

Helfen Sie mit, ein weiteres klimaschädliches Kraftwerk zu verhindern:
Fordern Sie daher den Aufsichtsratsvorsitzenden und EnBW-Chef Hans-Peter Villis auf, nicht gegen den Mehrheitswillen der Stadt ein Kohlekraftwerk in Düsseldorf zu bauen!


Jetzt Aufruf unterschreiben!

Der BUND druckt Ihre Botschaften auch aus und überreicht sie an Hans-Peter Villis.

 
 

03.03.2009

Genehmigungsverfahren für Kohlekraftwerk ruht

     
   
 

Kraftwerksprotest anlässlich der Großdemo am 1. März in Lünen (Foto: D. Jansen)

 
   
     

Das Genehmigungsverfahren für den geplanten Bau des Kohlekraftwerks liegt nun auch offiziell auf Eis. Laut Mitteilung der Bezirksregierung haben die Stadtwerke die Genehmigungsbehörde darum gebeten, das Verfahren ruhen zu lassen. Stadtwerkesprecher Juan Cava-Marin sagte laut Rheinischer Post, sie hätte die Behörde darum gebeten, weil in den Gremien des Unternehmens noch keine Entscheidung für oder gegen den Bau gefallen sei.

Kursierenden Gerüchten zufolge arbeiten die Stadtwerke Düsseldorf nun doch an einem „Plan B“. Damit aber geht die Hängepartie um das Kraftwerk weiter, denn von einer Rücknahme des Genehmigungsantrages ist (leider) nichts zu vernehmen. Dies wäre jedoch die einzige transparente, nachvollziehbare und ehrliche Vorgehensweise. Solange das „Damoklesschwert“ eines Kohlekraftwerks in Düsseldorf über allen Planungen schwebt, wird die Suche nach einer zukunftsfähigen Lösung unnötig behindert. Nachdem EnBW-Chef Villis letztens verkündete, verstärkt im Gasbereich tätig zu werden, sind jetzt entsprechende Taten gefragt.

 

EnBW-Mitkonkurrent Vattenfall hat jüngsten Zeitungsmeldungen zufolge z.B. seine Pläne für ein Kohlekraftwerk in Berlin aufgegeben und will nun ein Gaskraftwerk bauen. Diese Entscheidung steht sicherlich auch im Zusammenhang mit der Übernahme der niederländischen NUON durch Vattenfall, zeigt aber, dass Gaskraftwerke durchaus rentabel zu betreiben sind. Auch die SWD wären gut beraten, sich nach strategischen Partnern umzuschauen, die bereits im Gasbereich aktiv sind. Eine abgespeckte Kraftwerksvariante auf Basis des Energieträgers Gas wäre aus unserer Sicht ein Baustein für eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung.

 

Aber: Der Genehmigungsantrag für das Kohlekraftwerk muss zurückgezogen werden. Die Stadt Düsseldorf darf nicht länger hingehalten werden, eine klare Entscheidung muss her. Der Ball liegt jetzt beim SWD-Aufsichtsrat. Dabei ist es eher unerheblich, ob OB Dirk Elbers auf der für den 13. März geplanten Aufsichtsratssitzung erscheint oder nicht. Mit dem Stadtratsbeschluss gegen das Kraftwerk ist die Position eindeutig geklärt.

 

Etwa 2.000 Menschen haben inzwischen die BUND-Online-Kampagne unterstützt, und Herrn Villis zur Zurücknahme des Genehmigungsantrages aufgefordert. Wir hoffen, dass bis zu Aufsichtsratssitzung in der nächsten Woche noch etliche dazukommen werden.

 
 

05.02.2009

Stadtrat einstimmig gegen Kohlekraftwerk

Der  Widerstand gegen das in Düsseldorf geplante Steinkohlenkraftwerk bekommt weiteren Rückenwind. Gestern Abend hat der Stadtrat einstimmig einen Beschluss gefasst, mit dem die Stadtwerke Düsseldorf AG aufgefordert wird, den bei der Bezirksregierung liegenden Genehmigungsantrag zurückzuziehen. Zuvor hatte ASTR(H)EIN ein solches geschlossenes Votum angemahnt. Nachdem die Linksfraktion zunächst einen gesonderten Antrag eingebracht hatte, verabschiedeten schließlich alle Fraktionen einen von der grünen Ratsfraktion initiierten Änderungsantrag.

Damit liegt der Ball nun bei den Stadtwerken. Diese haben die für den 18. Februar geplante Aufsichtsratssitzung nunmehr auf den 13. März verschoben. Dann soll die Entscheidung fallen.

 
 

03.02.2008

 

ASTR(H)EIN fordert Votum des Stadtrates

Anlässlich derbevor stehenden Ratssitzung und des von der Linksfraktion eingebrachten Antrags „Kein Kohlekraftwerk für Düsseldorf“ sagt Dirk Jansen, Sprecher des Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN:

 „Nachdem sich bereits alle Düsseldorfer Ratsfraktionen gegen das Steinkohlekraftwerk ausgesprochen haben, muss jetzt auch der Stadtrat ein deutliches Signal setzen. ASTR(H)EIN fordert den Stadtrat auf, das umstrittene Vorhaben unmissverständlich abzulehnen. Hierzu wünsche ich mir einen gemeinsamen Antrag aller Ratsfraktionen. Damit müssen die städtischen Vertreter im Stadtwerke-Aufsichtsrat beauftragt werden, darauf hinzuwirken, dass der Genehmigungsantrag für den Kohleblock C bei der Bezirksregierung Düsseldorf zurückgezogen wird. Ganz Düsseldorf lehnt das Kohlekraftwerk ab. Dem muss der Stadtrat Rechnung tragen.“

 
 

19.12.2008

Planen die Stadtwerke neu?

Gas statt Kohle?

Von der einhelligen Ablehnung der Pläne zum Bau eines Steinkohlekraftwerks wurden die Stadtwerke nach eigenem Bekunden kalt erwischt. Einen Plan B gebe es nicht, bestätigte Stadtwerke-Chef Schmidt. Die Aussage belegt, dass bislang der alternative Bau eines Gaskraftwerks nicht ernsthaft geprüft wurde. Zeitungsberichten zufolge wird jetzt allerdings an einem Alternativkonzept gearbeitet. Die eigentlich für heute geplante Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke wurde jedenfalls in den Februar verschoben.

Doch ist ein Gaskraftwerk eine gute Alternative?

Zunächst einmal ist die Bedarfsfrage zu klären. Für das Düsseldorfer Versorgungsgebiet (DVG) wäre ein 400 Megawatt-Kraftwerk - egal ob Gas oder Kohle gefeuert - eindeutig überdimensioniert. Die Höchstlast betrug in am 25.1.2006 723,5 Megawatt bei einer Engpassleistung von 640 MW. Damit ist die Eigenerzeugungslücke sehr gering. Nach Angaben der Stadtwerke benötigt Düsseldorf für seine rund 570.000 Einwohner und für Verwaltung, Industrie, Handel und Gewerbe durchschnittlich eine Leistung von 500 Megawatt (MW) Strom. Eine zusätzliches 400 Megawatt-Kraftwerk diente damit allein den Expansionsbestrebungen der Stadtwerke außerhalb Düsseldorfs. Die selten auftretenden Höchstlasten können ohne weiteres wie bisher durch Stromzukauf abgedeckt werden. Und 100 Megawatt könnten problemlos durch Energiesparen, den Ausbau Erneuerbarer Energien oder dezentrale, gasbefeuerte Blockheizkraftwerke erbracht werden (Stichwort "Effizienzkraftwerk").

Hielten die Stadtwerke allerdings an einem 400-Megawatt-Kraftwerk fest, wäre Gas gegenüber Kohle der eindeutig wesentlich weniger umweltschädliche Brennstoff. Ein Gaskraftwerk erreicht elektrische Wirkungsgrade von knapp 60 % (gegenüber 45 % bei Kohle). Die CO2-Emissionen eines modernen Gaskraftwerks liegen bei etwa 400 g/kWh. Selbst mit modernster Kraftwerkstechnik liegen diese bei Kohlekraftwerken immer noch bei etwa 750 g/kWh. Dazu kommt, dass ein Gaskraftwerk wesentlich sauberer ist und nur einen Bruchteil der Feinstaub- und sonstige Schadstoffemissionen eines Kohleblocks aufweist. Gaskraftwerke sind überdies wesentlich flexibler einsetzbar und daher zur Abfederung von auftretenden Lastschwankungen besser geeignet. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien wird der Einsatz klassischer Grundlastkraftwerke auf Kohlebasis zunehmend weniger gefragt.

Gaskraftwerke sind auch wirtschaftlich. Seitens der Stadtwerke Düsseldorf wurde bislang argumentiert, Gaskraftwerke würden sich nicht rechnen, weil entweder nicht genügend Gaskapazität für den Kraftwerksbetrieb zur Verfügung stünde oder aber Gas nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen erhältlich sei. Dass dem nicht so ist, beweisen insbesondere ausländische Energieunternehmen, die trotz aller Unkenrufe in Deutschland auf neue Gaskraftwerke setzen. So hat der holländische Energieversorger Nuon kürzlich die Genehmigungsunterlagen für ein neues Gaskraftwerk (450 MW) in Frankfurt-Griesheim eingereicht. Auch gibt es Pläne für ein weiteres Nuon-Gaskraftwerk bei Düren. Der spanische Energieversorger Iberdrola stieg Mitte des Jahres aus dem Kohlekraftwerksprojekt in Brunsbüttel aus und plant stattdessen zwei neue Gaskraftwerke (zu je 1.100 MW) in Ludwigsau (Hessen) und in Lauchhammer (Brandenburg). Anfang Dezember sicherte sich der Schweizer Energieversorger Atel in Premnitz (bei Berlin) einen Industriestandort, um dort ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Eine aktuelle Übersicht des bdew weist für Deutschland 14 neue Gaskraftwerksprojekte (insgesamt 9.100 MW) aus, die sich derzeit in der Bau- oder Planungsphase befinden.

Die Investitionskosten für ein Gaskraftwerk sind nur etwa halb so hoch wie für einen Kohleblock; damit verkürzen sich auch die Abschreibungszeiten. Durch die Neuausrichtung des Emissionshandels ab 2013 wird der Brennstoff Gas gegenüber Kohle zudem deutlich begünstigt. Ein 400 MW-Kohleblock würde jährlich mit etwa 75 Mio. Euro Zusatzkosten durch den notwendigen Kauf von CO2-Zertifikaten belastet. Und die vermeintliche Importabhängigkeit ist längst kein taugliches Argument mehr. Zum einen sind viele neue Gasanbieter auf dem Weltmarkt aktiv, zum anderen bietet gerade der Wärmemarkt enorme Gaseinsparpotenziale. Das dort durch die notwendige energetische Sanierung des Gebäudebestandes frei werdende Gas könnte problemlos und wesentlich effizienter in Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden.

Fazit: Auch wenn die Priorität auf das Energiesparen und den Ausbau Erneuerbarer Energien gelegt werden muss bietet Gas gegenüber Kohle viele Vorteile. Die Stadtwerke wären gut beraten, sich von einem Kohleblock zu verabschieden und den Genehmigungsantrag zurückzuziehen.

 
 

05.12.2008

Stadtwerke müssen jetzt Genehmigungsantrag zurückziehen

ASTR(H)EIN begrüßt CDU-Nein zum Kraftwerk

Das Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN begrüßt das einstimmige Votum der CDU-Fraktion gegen den Bau eines Steinkohlenkraftwerks im Hafen. Dies ist eine Entscheidung für die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, für eine zukunftsfähige Energieversorgung und für die Sicherung der Lebensqualität in der Stadt.

 

Wenn die Stadtwerke es ernst meinen mit ihren Ankündigungen, keinen Kohleblock gegen den Willen der Stadt bauen zu wollen, kann es jetzt nur noch eines geben: Der Antrag auf Erteilung des immissionsschutzrechtlichen Vorbescheides muss zurückgezogen werden! Alles andere kann nicht toleriert werden.

 

Mit der Rücknahme des Antrages würde der Weg frei für Weichenstellungen, die den Belangen des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung ebenso Rechnung tragen, wie denen einer sicheren und preiswerten Energieversorgung. Ein Kohlekraftwerk würde diese Optionen jedoch für 40-50 Jahre blockieren. Die Stadt Düsseldorf und die Stadtwerke sind jetzt gefordert, ein kommunales Klima- und Energiekonzept zu erarbeiten, das diesen Anforderungen Rechnung trägt. Energiesparen, der Ausbau Erneuerbarer Energien und eine umweltverträgliche Grundlastversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung auf Gasbasis sind das Gebot der Stunde.

Im Vorfeld hatte sich nach den Grünen, der LINKEN und der SPD auch die Düsseldorfer FDP gegen das Vorhaben ausgesprochen. ASTR(H)EIN hatte in der vergangenen Woche in einem offenen Brief an die Ratsfraktionen von CDU, FDP und die BürgermeisterInnen appeliert, anstelle eines Kraftwerks eine zukunftsfähige Energieversorgung für Düsseldorf möglich zu machen.

 

Sent: Friday, November 28, 2008 10:03 AM

Subject: Geplantes Steinkohle-Kraftwerk in Düsseldorf - Offener Brief an die Mitglieder der CDU- und FDP im Rat der Stadt Düsseldorf

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Pläne der Stadtwerke Düsseldorf AG zur Errichtung eines 400-Megawatt-Steinkohlekraftwerks (Block C) in der Lausward erfüllen viele Düsseldorferinnen und Düsseldorf mit großer Sorge. Dieses Kraftwerk würde nicht nur die anerkennenswerten Bemühungen der Stadt Düsseldorf zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen zunichte machen, sondern durch zusätzliche Immissionen von Feinstaub, Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Schwermetallen und radioaktiven Substanzen auch eine zusätzliche gesundheitliche Gefährdung bedingen. Unabhängig davon, ob die gesetzlichen Grenzwerte tatsächlich eingehalten würden oder nicht: Auf die Düsseldorfer Bevölkerung käme eine inakzeptable Zusatzbelastung zu. Düsseldorf droht damit eine ähnliche Belastung, wie sie z.B. in Duisburg trotz aller Bemühungen zur Luftreinhaltung beklagenswerterweise noch immer vorherrscht.

 

Das Düsseldorfer Aktionsbündnis "Sauberer Strom am Rhein - ASTR(H)EIN" möchte Sie deshalb bitten, Ihre Möglichkeiten als Mitglieder im Rat der Stadt zu nutzen, dieses ebenso schädliche wie für die hiesige Stromversorgung unnötige Vorhaben zu verhindern. Steinkohlekraftwerke leisten aus unserer Sicht keinen Beitrag zu einer sicheren, preiswerten und umweltverträglichen Stromerzeugung. Im Gegenteil: Wer jetzt noch ein solches Kraftwerk baut, belastet die Bevölkerung und die zukünftige Generation mit einer schwer wiegenden Hypothek. Dabei gibt es umweltfreundlichere Alternativen.

 

Die nähere Kritik an dem Vorhaben können Sie den angehängten Informationen entnehmen. Mehr Informationen finden Sie unter www.duesseldorf-astrhein.de.

 

Ihrer Antwort sehe ich erwartungsvoll entgegen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dipl.-Geogr. Dirk Jansen/ASTR(H)EIN-Sprecher

 
 

26.11.2008

„Block C ist ebenso überflüssig wie schädlich – 650 Millionen-Euro-Fehlinvestition“

ASTR(H)EIN und BUND kündigen erbitterten Widerstand gegen Steinkohlekraftwerk an

     
   
 
 
 

Düsseldorf, 27.11.2008     Das Düsseldorfer Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein - ASTR(H)EIN“ und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sind für das bevorstehende Genehmigungsverfahren für den geplanten Steinkohlekraftwerksblock C in der Lausward gut gerüstet. Nach der Freigabe von 650 Millionen Euro durch die Stadtwerke Düsseldorf/EnBW für das umstrittene Projekt kündigte das Aktionsbündnis an, alle Hebel in Bewegung zu setzen, das Vorhaben zu verhindern. Dabei setzt ASTR(H)EIN auf die breite Unterstützung der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer.

ASTR(H)EIN-Sprecher Dirk Jansen: „Düsseldorf braucht dieses Kohlekraftwerk nicht. Es ist energiepolitisch überflüssig, mit dem Ausstoß von 2,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich ein echter Klimakiller und schädlich für Mensch und Umwelt. Auch wenn die Stadtwerke das Gegenteil behaupten: Die Gesundheit der Bevölkerung würde durch den zusätzlichen Ausstoß von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Schwermetallen und radioaktiven Substanzen massiv gefährdet.“  Selbst wenn die vom Gesetzgeber vorgesehen Grenzwerte eingehalten würden, seien zusätzliche Schadstoffeinträge unvermeidlich. Der so genannte „Aufpunkt“ der gesundheitsschädlichen Kraftwerks-Immissionen liegt nach Angaben der Stadtwerke in einer Zone zwischen Oberkassel, Düsseltal, Pempelfort und Mörsenbroich. Alles Stadtteile, die schon eine hohe Vorbelastung aufweisen.

Die Kraftwerksgegner warnen zudem vor einer „gigantischen Fehlinvestition“. „Die Stadtwerke-Kalkulation wird nicht aufgehen“, so Jansen. „Mit der Neuausrichtung des europaweiten Emissionshandels ab 2013 kommen jährliche Zusatzkosten von etwa 75 Millionen Euro allein für den geplanten Block C auf die Stadtwerke zu. Der dreckige Strom wird alle Kunden teuer zu stehen kommen.“ Zudem plane die Europäische Union eine gesetzliche Obergrenze für den zulässigen CO2-Ausstoß von Kraftwerken in Höhe von 500 Gramm pro Kilowattstunde. Dieser Höchstwert ist jedoch nur durch Gaskraftwerke oder die Nachrüstung  einer CO2-Abscheidung erreichbar. Letztere würde den Preis von Kohlestrom allen Prognosen nach verdoppeln.

Angesichts der bevorstehenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 1. Dezember fordert das Aktionsbündnis eine klare Positionierung der Stadt gegen das Kraftwerk. Sowohl die Verwaltung als auch die städtischen Vertreter im Aufsichtsrat werden aufgefordert, sich deutlich gegen das sowohl klimapolitisch als auch städtebaulich inakzeptable Kraftwerk auszusprechen. Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte gegenüber ASTR(H)EIN im Wahlkampf gesagt, dass für ihn nur eine Steinkohlekraftwerk Steinkohlekraftwerk "mit modernster Technik zur CO2-Abscheidung" in Frage komme. „Da hiervon im Stadtwerke-Antrag keine Rede ist, muss OB Elbers das Vorhaben ablehnen, will er glaubwürdig bleiben“, betont Jansen.

In kürze werden im Zuge des immissionsschutzrechtlichen Öffentlichkeits-Beteiligungsverfahrens auch alle Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger Kritik an dem Vorhaben einbringen können. Mit der öffentlichen Auslegung der Unterlagen beginnt eine sechswöchige Einwendungsfrist. Mit Ablauf dieser Frist noch nicht vorgetragene Einwendungen gegen das Vorhaben sind von der späteren Berücksichtigung - auch im Rahmen einer etwaigen Klage gegen die Anlagengenehmigung - ausgeschlossen („präkludiert“). Auf einem so genannten Erörterungstermin müssen dann die Stadtwerke und Genehmigungsbehörden Rede und Antwort stehen.  Können die Einwendungen nicht ausgeräumt werden, darf das Kraftwerk nicht genehmigt werden.

„Das heißt: Wer helfen will, dieses Steinkohlekraftwerk zu verhindern, muss selbst aktiv werden“, sagt ASTR(H)EIN-Sprecher Dirk Jansen. „Wir bieten hierzu Unterstützung an. Schon bald werden wir Mustereinwendungen und Unterschriftenlisten zur Verfügung stellen.“

 
 

31.10.2008

BUND-Stellungnahme zum Steinkohlenkraft in Düsseldorf / Umweltschützer kündigen erbitterten Widerstand an / Antrag auf Genehmigung mangelhaft und rechtswidrig

BUND: Bezirksregierung muss Stadtwerke-Antrag zurückweisen

     
   
   
 

Gemeinsam gegen das Steinkohlekraftwerk in der Lausward: Paul Kröfges, Mona Neubaur, Dirk Jansen (v.l.n.r.)

 

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am Rhein – ASTR(H)EIN“ kündigten heute erbitterten Widerstand gegen den beantragten Bau eines 400 Megawatt-Steinkohlekraftwerks im Düsseldorf Hafen an. Anlässlich der Vorstellung seiner 82-seitigen Stellungnahme zum Vorhaben der Stadtwerke Düsseldorf betonte der BUND, die Bezirksregierung Düsseldorf müsse den Antrag des Energieversorgers wegen gravierender Mängel zurückweisen und das weitere Genehmigungsverfahren aussetzen.

Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND: „Düsseldorf braucht dieses Kohlekraftwerk nicht. Es ist energiepolitisch überflüssig und schädlich für Mensch und Umwelt. Wir fordern die Stadtwerke Düsseldorf auf, das Vorhaben zu beerdigen und endlich die Wende hin zu einer bedarfsgerechten, umweltfreundlichen und das Klima schonenden Energieerzeugung einzuleiten.“ Der BUND sieht sich in seiner Kritik an dem „Klimakiller-Kraftwerk“ durch eine neue Studie des Bundesumweltministers Gabriel bestätigt. Gemäß des „Leitszenarios 2008“ gefährdet der Bau weiterer Kohlekraftwerke die Klimaschutzziele Deutschlands. Maximal 9.000 Megawatt an zusätzlicher Kraftwerksleistung seien verkraftbar, wenn im Gegenzug entsprechende Altanlagen abgeschaltet würden. Allein in Nordrhein-Westfalen sind nach Berechnungen des BUND allerdings schon neue Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 6.300 MW in Bau, allerdings ohne entsprechende Stilllegung alter Kohleblöcke. Weitere Kraftwerke in NRW wären danach ein „klimaschutzpolitischer Offenbarungseid“.

Gestern endete die Frist der Bezirksregierung Düsseldorf zur Stellungnahme zum Antrag auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids für das Kraftwerksvorhaben. Die Stadtwerke Düsseldorf hatten diesen am 27. August 2008  eingereicht.  Der BUND hat in seiner umfangreichen Stellungnahme zahlreiche Mängel dargelegt. Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter und ASTR(H)EIN-Sprecher: „Das Vorhaben greift massiv in die Tatbestände des Immissionsschutz-, des Wasser- und des Naturschutzrechts hinein, ohne dass die hierfür erforderlichen Prüfungen durchgeführt worden wären. Die Bezirksregierung muss den Antrag deshalb zurückweisen und das Genehmigungsverfahren auf Eis legen.“ Der BUND sieht insbesondere gravierende Konflikte mit dem Schutz des Rheins und seiner seltenen Fischarten sowie mit der Luftreinhalteplanung. Für den Fall, dass die Bezirksregierung das Genehmigungsverfahren trotzdem fortsetzen sollte, ist der BUND auf juristische Schritte vorbereitet. Hierbei setzen die Kraftwerksgegner auf breite Unterstützung.

„Die Stadtwerke Düsseldorf und deren Mehrheitseigner EnBW  müssen sich auf erbitterten Widerstand der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer einstellen“, sagt Mona Neubaur, Co-Sprecherin von ASTR(H)EIN. „Wir werden nichts unversucht lassen, die im Hafen geplante Dreckschleuder zu verhindern.“ Das Aktionsbündnis ASTR(H)EIN sieht keine energiepolitische Notwendigkeit für das Vorhaben. Mit dem Kraftwerk versuche EnBW stattdessen zu Lasten der Lebensqualität in der Landeshauptstadt die eigene Marktsposition auszubauen und im NRW-Markt zu expandieren. Die Allgemeinheit müsse dafür einen hohen Preis bezahlen.

Mehr Infos: Die 82-seitige BUND-Stellungnahme zum Kraftwerk finden Sie ...hier

 

 
 

09.10.2008

„Dinosaurier-Technologie stoppen!“ - Anti-Kohle-Protest vor Düsseldorfer Landtag

Aktionsbündnis errichtet fünf Meter hohes Dinosaurier-Kohlekraftwerk / Teil einer bundesweiten Anti-Kohle-Tour / Öffentliche Debatte zu Neubauplänen in Nordrhein-Westfalen

 

   
   
   
   

Mit einem als Dinosaurier gestalteten Kohlekraftwerk protestierten heute Aktive des Aktionsbündnisses „Zukunft

statt Kohle“ gemeinsam mit regionalen Bürgerinitiativen vor dem Düsseldorfer Landtag gegen zehn neue, in NRW geplante Kohlekraftwerke. Aus dem „Kohlosaurus“ stiegen dabei hunderte CO2-Ballons auf, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisierten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten: „Dinosaurier-Technologie stoppen!“. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Anti-Kohle-Tour, die von der Klima-Allianz, als Klimaschutzbündnis aus über 100 Organisationen, der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Online-Kampagnen-Netzwerk Campact und dem Portal Wir-Klimaretter.de getragen wird.

 

Josef Tumbrinck, Vorsitzender Naturschutzbund (NABU) NRW:„Den weiteren Zubau konventioneller Kohlekraftwerken können wir uns nicht mehr leisten – sie sind klimaschädlich, ineffizient und passen nicht mehr in unsere Zeit. Jedes jetzt noch genehmigte neue Kohlekraftwerk steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu den Klimazielen, zu denen sich die Bundesregierung verpflichtet hat. Mit dem Bau von zehn Kraftwerken manövriert sich Nordrhein-Westfalen in die klimapolitische Sackgasse.“

 

"Die geplanten Anlagen würden ein weiteres halbes Jahrhundert lang hunderte Millionen Tonnen CO2 in die Luft pusten. Statt klimaschädlicher Kohlekraft brauchen wir einen zukunftsfähigen Mix aus Erneuerbaren Energien und dezentralen Gas-Kraftwerken, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen und deren Leistung sich flexibel an die schwankende Stromerzeugung mit Sonne und Wind anpassen lässt," so Dirk Jansen vom Aktionsbündnis ASTR(H)EIN und Geschäftsleiter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW. Der BUND hat bereits Klagen gegen die Klimakiller-Kraftwerke in Herne, Datteln und Lünen eingereicht und bereitet eine solche gegen das in Düsseldorf geplante Steinkohlenkraftwerk vor.

 

„An etlichen Standorten wird demnächst über den Bau von Kohlekraftwerken entschieden. Doch überall stehen Bürger gegen die Klimakiller auf. Die Aktionstour gibt dieser entstehenden Anti- Kohle-Bewegung ein Gesicht. Sie stärkt die Proteste dort, wo Kraftwerke auf der Kippe stehen“, so Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact, das die Tour organisiert.

 
 

01.10.2008

Stadtwerke Düsseldorf beantragen Kraftwerksgenehmigung

Nachdem die Stadtwerke Düsseldorf bislang eine etwaige Investitionsentscheidung für den November 2008 angekündigt hatten, wird mit der beantragten Erteilung eines Vorbescheides schon jetzt das offizielle Genehmigungsverfahren für das umstrittene Kohlekraftwerk eröffnet. Die weitere Abwicklung des Vorhabens soll über Teilgenehmigungen erfolgen. Der BUND erbeitet derzeit eine umfassende Stellungnahme zum Vorhaben.

Mit Schreiben vom 27.08.2008 haben die Stadtwerke Düsseldorf AG bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Antrag gemäß § 9 Bundesimmissionsschutz-Gesetz (BImSchG) zur Feststellung der bauplanungsrechtlichen und umweltrechtlichen Zulässigkeit zur wesentlichen Änderung des Heizkraftwerks Lausward durch die Errichtung und den Betrieb des Blockes C eingereicht. Der mit Importsteinkohle befeuerte Block C soll eine Feuerungswärmeleistung von 930 MWth und eine elektrische Leistung von 400 MWel (brutto) besitzen. Zur Unterstützung des Anfahrprozesses soll ein mit leichtem Heizöl befeuerter Hilfsdampferzeuger mit einer Feuerungswärmeleistung von 60 MW installiert werden.

Importsteinkohle als Brennstoff

     
 

Der Antrag der Stadtwerke Düsseldorf auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheides als Download (Auszüge):

1.  Anschreiben

2.  Inhaltsverzeichnis

3.  Antrag

4.  Kurzbeschreibung

5.  Anlagen- und Betriebsbeschreibung

6.  Bekohlungsanlage

7.  Verkehrsbedingte Zusatzimmissionen

8.  Wassergefährdende Stoffe

9.  Emissionen und Immissionen (Staub, Lärm)

10. Umweltverträglichkeitsuntersuchung

11. Umweltverträglichkeitsstudie

12. FFH-Verträglichkeitsvorprüfung

12. Artenschutzbeitrag

 
     
   

Das Kraftwerk soll mit stündlich bis zu 146 Tonnen Steinkohle „gefüttert“ werden. Die Kohle soll in der Regel per Schiff (Zweischichtbetrieb, montags-samstags) oder per Bahn (montags-sonntags) angeliefert und über Bandanlagen dem Kohlelager zugeführt werden. Dieses verfügt über eine Kapazität von 125.000 t und dient der Beschickung der Kesselbunker und der Bevorratung. Während dieses Kohlelager schon weitgehend existiert, ist für die Anlieferung per Schiff die Ertüchtigung der bestehenden Verlademöglichkeiten vorgesehen. Eine vollständige Einhausung des Kohlebunkers zur Minimierung der Feinstaubemissionen ist aus Kostengründen nicht vorgesehen. Auch auf die alternative Errichtung einer Windschutzwand wurde verzichtet.

Die Hauptanlagenteile des Blockes C sollen auf dem Teil des Kraftwerksgeländes errichtet werden, auf dem sich zurzeit noch die stillgelegten Blöcke C und D befinden. Die Fläche des Standortes beträgt etwa 22 ha.

Analog zu den bestehenden Kraftwerksblöcken soll der Block C mit Einrichtungen zur Kraft-Wärme-Kopplung

ausgestattet werden. Entsprechend sind eine Turbinenanzapfung und eine Ferwärmeübergabestation geplant, womit bis zu 300 MWth Fernwärme ausgekoppelt werden können. Dies entspricht der bisherigen Kapazität, da im Gegenzug die existierenden drei Fernwärmekessel stillgelegt werden sollen. Einrichtungen für eine eventuelle spätere CO2-Abscheidung sind nicht vorgesehen.

Zusätzliche Schadstoffe und Lärm

Die Rauchgase sollen mit einem konventionellen Elektrofilter gereinigt und über einen 115 m hohen Schornstein abgeleitet werden. Trotzdem werden stündlich (1) z.B.  etwa 238 kg Stickoxide, 24 kg Staub, 30 g Quecksilber, 48 g Arsen und 24 g Cadmium ausgestoßen. Die Orte der maximalen Zusatzbelastung durch Schadstoffe des Blockes C liegen in Entfernungen von 2,5 bis 5 km nord-östlich des Kraftwerks.

Insgesamt werden die kraftwerksbedingten CO2-Emissionen gemäß des Monitoringkonzepts für die Treibhausgasemissionen bei jährlich 2,54 Millionen Tonnen liegen.

Der neue Block C soll mit einer Durchflusskühlung betrieben werden. Das Kühlwasser (115.500 Kubikmeter/Stunde) soll dem Rhein entnommen und später wieder zugeleitet werden. Parallel zum Vorbescheidsantrag sollen in Kürze Änderungen der wasserrechtlichen Erlaubnis gemäß § 7 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zur Entnahme und Einleitung des Kühlwassers und den Ausbau des Hafenbeckens Lausward I beantragt werden.

In der Betriebsphase des Kraftwerks werden durch die im Freien angeordneten Aggregate wie etwa Transportbänder, Filter und Transformatoren aber auch durch die Luftansaugung und –ableitung und andere Einrichtungen zusätzliche Lärmemissionen hervorgerufen. Gemäß Immissionsprognose wird die maximale Lärm-Zusatzbelastung beim Krankenhaus Heerdt tagsüber bei 34 dB(A) (nachts 25 dB(A), in der Rheinallee bei 37 dB(A) (nachts 24 dB(A) und in der Kesselstraße bei 39 dB(A), (nachts 24 dB(A) liegen. Dazu kommen zusätzliche Lärmemissionen in der dreijährigen Errichtungsphase.

BUND erarbeitet Stellungnahme - Öffentlichkeitsbeteiligung steht noch aus

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat von der Bezirksregierung Düsseldorf einen kompletten Satz der Antragsunterlagen erhalten und erarbeitet derzeit eine umfassende Stellungnahme. Hierfür hat der BUND - ebenso wie die daneben beteiligten Behörden und Stellen - eine Frist bis zum 30. Oktober 2010 gesetzt bekommen. Der Zeitplan für die gesetzlich vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung steht nach Aussage der Bezirksregierung noch nicht fest. Mit einem Erörterungstermin wird dort allerdings nicht mehr im Jahr 2008 gerechnet.

 

 
 

30.08.2008

 
   

 

BUND und ASTR(H)EIN mit Info-Stand auf dem Barbarossaplatz

Oberkassel liegt in Schadstoffwolke des geplanten Kraftwerks

Mit einem Infostand auf dem Barbarossapaltz informierten BUND und ASTR(H)EIN die Bürgerinnen und Bürger aus Oberkassel über die drohenden Folgen des geplanten Steinkohlekraftwerks. Oberkassel liegt direkt in der Schadstoffwolke des Kraftwerkstandorts in der Lausward. Schon jetzt beklagten sich etliche Anwohner über die schlechte Luftqualität, die bei bestimmten Wetterlagen zu Atemwegsreizungen und anderen Erkrankungen führten. Mit 41 Tonnen jährlicher Feinstaubemissionen ist bislang die im Hafen ansässige deuka Deutsche Tiernahrung GmbH & Co. Düsseldorfs größer Feinstaub-Verursacher. Ein Steinkohlekraftwerk im Hafen würde allerdings etwa das Vierfache an gesundheitschädlichen Partikeln ausstoßen - mit gravierenden Folgen auch für die Lebensqualität in Oberkassel.

Unterstützung bekamen BUND und ASTR(H)EIN durch einen Standbesuch des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesumweltministerium Michael Müller. Auch er sprach sich klar und deutlich gegen das Kraftwerk aus. BUND und ASTR(H)EIN nutzen auch die Gelegenheit, den Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee über die für Düsseldorf fatalen Kraftwerksplanungen zu informieren.

 
 

26.08.2008

 
 

Der Flyer "Keine Stimme für die Kohle!" als Download

Keine Stimme für die Kohle!

OB-Kandidat Elbers (CDU) favorisiert Risikokraftwerk

Auch wenn Stadtwerke-Chef Markus F. Schmidt unlängst gegenüber der Presse bestätigt hat, dass es im Hinblick auf die Entscheidung für oder gegen ein Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf keinen Zeitdruck mehr gebe und das Jahr 2012 für die ursprünglich geplante Fertigstellung damit hinfällig erscheint: ASTR(H)EIN lässt nicht locker und wirbt auch im Oberbürgermeister-Wahlkampf für eine klare Positionierung gegen diesen Klimakiller und Luftverpester.

 

Gerade jetzt muss die Devise deshalb lauten: „Keine Stimme für die Kohle“. Die BUND-Wahlprüfsteine haben deutlich gemacht, dass OB-Kandidat Elbers (CDU) nicht grundsätzlich gegen ein Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf ist. Im Gegenteil: Er favorisiert nach eigener Aussage ein Steinkohlekraftwerk "mit modernster Technik zur CO2-Abscheidung". Elbers fordert damit ein Kraftwerk, dass mitten in Düsseldorf jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen gefährlichen Kohlendioxids abscheiden, zwischenspeichern und per Pipeline abtransportieren müsste. Damit lässt er offenbar vollkommen außer Acht, welches Gefährdungspotenzial in dieser gerade in der Entwicklung befindlichen Technik steckt. Nicht auszudenken, welches Worst-case-Szenario droht, wenn schon ein relativ kleiner CO2-Unfall in Mönchengladbach zu mehr als 100 Verletzten führen konnte...

 

Elbers unterschlägt auch, dass selbst ein Steinkohlekraftwerk mit vermeintlich modernster Filtertechnik noch immer jährlich 160.000 kg gesundheitsschädlicher Feinstaub-Partikel und einen Mix weiterer Schadstoffe wie Quecksilber, Arsen, Blei und Cadmium auf das Düsseldorfer Stadtgebiet verteilen würde. Ironie dabei: Der so genannte Aufpunkt der größten zusätzlichen Immissionsbelastung würde im Bereich Pempelfort/Derendorf liegen, der Heimat von Elber's Konkurrentin Karin Kortmann, die sich nach anfänglichem Zögern klar gegen das Kraftwerk ausgesprochen hat.

 

Auch wenn der Einfluss Düsseldorfs durch den unter Ex-OB Erwin in einer Nacht- und Nebel-Aktion erfolgten Verkauf der entscheidenden Stadtwerke-Anteile gering ist, erwarten wir von dem oder der künftigen Oberbürgermeister/in ein deutliches Signal für eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Kohlekraft.

 

Hinweis: ASTR(H)EIN wird am kommenden Samstag ab 10.00 Uhr mit einem Info-Stand auf dem Barbarossa-Platz in Oberkassel vertreten sein.
 
 

17.08.2008

 
   
 

"Lecker Kohle" – Protestgrillen gegen Kohlekraftwerk

„Klimaschutz geht durch den Magen“ war das Motto einer spontanen sonntäglichen Grillparty von etwa 40 KraftwerksgegnerInnen am viel besuchten Düsseldorfer Rheinufer. Neugierig beäugt von den Spaziergängern und begleitet von CENTER-TV ließen sich die AktivistInnen mit diversen Grills zum gemütlichen Picknick am Unteren Rheinwerft angesichts des geplanten Kraftwerksstandortes nieder. „Kohle gehört auf den Grill und nicht ins Kraftwerk“, darin waren sich alle Beteiligten einig.

 
 

11.08.2008

Klima-Check des BUND - Prüfsteine zur OB-Wahl

Der geplante Bau eines 400 MWel.-Kohlekraftwerk-Blocks in der Düsseldorfer Lausward stößt auf breite Ablehnung in der Bevölkerung. Das Kraftwerk würde nicht nur dem Klima weiter einheizen, auch die Bevölkerung in Düsseldorf würde durch den Ausstoß von Feinstaub und Schwermetallen zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. Im Herbst 2008 will die von der EnBW majorisierte Stadtwerke Düsseldorf AG die Entscheidung für oder gegen den Bau des Kraftwerks treffen.

Der kommunale Einfluss auf diese weit reichende Investitionsentscheidung ist leider gering. Durch den unter schwarz-gelber Ratsmehrheit erfolgten Verkauf von Stadtwerke-Anteilen verblieben nur noch etwa ein Viertel der Stimmrechtsanteile in kommunaler Hand. Dennoch erwartet der BUND von der Politik, dass sie nicht nur die verbliebenen Mitsprache-Möglichkeiten konsequent nutzt, sondern mittelfristig auch erweitert. Ferner muss im Rahmen eines verbindlichen und überprüfbaren kommunalen Klimaschutzkonzeptes alles daran gesetzt werden, Düsseldorf auch zur Klimaschutzhauptstadt von Nordrhein-Westfalen zu machen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Kandidaten zur Wahl des/der Oberbürgermeisters/in der Parteien Bündnis 90/Die Grünen, CDU, DIE LINKE und SPD einige ausgewählte Fragen zur zukünftigen Energie- und Klimaschutzpolitik in Düsseldorf vorgelegt.

 

Kommunaler Klimaschutz muss nach Ansicht des BUND zur zentralen Aufgabe der Stadtverwaltung und rekommunalisierter Stadtwerke werden. Auch wenn bislang keiner der Kandidaten als Klimaschutzpolitiker großartig in Erscheinung getreten ist, machen die Kandidatin von SPD und Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei-Kandidat deutlich, dass sie in diesem Themenfeld neue Akzente für Düsseldorf setzen möchten. Dem gegenüber lehnt der CDU-Kandidat das geplante Steinkohlekraftwerk im Düsseldorfer Hafen nicht grundsätzlich ab und scheint sich mit dem bisher Beschlossenen zufrieden zu geben. Das ist deutlich zu wenig, um der großen Herausforderung des kommunalen Klimaschutzes gerecht zu werden.

Mehr: Der BUND hat die Fragen und Antworten im Wortlaut dokumentiert. Die abschließende Bewertung prüft, inwieweit die zur OB-Wahl antretenden Kandidaten den „Klima-Check des BUND“ bestanden haben oder nicht. Das BUNDaktuell finden Sie ...hier

 
 

10.07.2008

Stadtwerke Düsseldorf-Beteiligung an Hildener Energieversorger

Die Stadtwerke Düsseldorf sind weiter auf Einkaufstour. Zum geschätzten Preis von 50 Mio. Euro haben sie nun 49,9 % der Stadtwerke Hilden übernommen und sich damit einen wichtigen Einfluss auf das bislang in kommunaler Hand befindliche Unternehmen erkauft. Die Mehrheit des Hildener Stadtrates aus CDU, SPD, FDP und Unabhängigen (dUH) hatte den Stadtwerke-Ausverkauf unterstützt, Grüne und Bürgeraktion Hilden hatten dagegen votiert.

Den Verkauf verhindern wollte das Bürgerbegehren "Unsere Stadtwerke: Kein Verkauf", dass 3.250 Unterschriften gesammelt hatte, von denen 2.934 für gültig erklärt wurden. Die erforderliche Stimmenzahl wurde damit erreicht. Dennoch wurdedas Bürgerbegehren für unzulässig erklärt: Ein städtisches Rechtsgutachten kam zu dem Ergebnis, die Unterschriften seien zu spät eingereicht worden. Das angerufene Verwaltungsgerichts Düsseldorf bestätigte am 8. Juni diese Rechtsauffassung.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sehen die Zulässigkeit weiterhin als gegeben an, verzichteten jedoch auf Rechtsmittel. Sie sehen alle ihre Befürchtungen bestätigt:

  • Die Stadtwerke werden im Gegensatz zu den Behauptungen der Privatisierungsbefürworter an einen Großkonzern (EnBW) verkauft.
  • Die Stadt Hilden ist bei den Stadtwerken nicht mehr „Herr im Hause“. 
  • Hilden soll durch ein neues, umweltschädliches Kohlekraftwerk in Düsseldorf versorgt werden. 
  • Es werden keine neuen Dauerarbeitsplätze in Hilden geschaffen. 
  • Die Energiepreise werden steigen. EnBW lehnt staatliche Preiskontrollen strikt ab und erwartet in diesem Jahr noch größere Gewinne beim Stromverkauf. 

Mehr Infos: http://www.buergerbegehren-hilden.de/wordpress/

 
 
 

16.06.2008

Aktionsbündnis ASTR(H)EIN zum OB-Wahlkampf:

 

„Nur wer Kohlekraftwerk ablehnt, ist wählbar“

 

Das Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN fordert alle im Rat der Stadt Düsseldorf vertretenen Parteien auf, sich im anstehenden OB-Wahlkampf unmissverständlich gegen das von den Stadtwerken geplante Kohlekraftwerk im Hafen auszusprechen.

 

„Für uns ist nur ein solcher Kandidat oder eine Kandidatin wählbar, der oder die sich ohne wenn und aber gegen das Kohlekraftwerk positioniert“, sagt ASTR(H)EIN-Sprecher Dirk Jansen. Hierzu müssten die Parteien, so noch nicht geschehen, klare Beschlüsse fassen. Im Hinblick auf den anstehenden SPD-Unterbezirksparteitag fordert das Aktionsbündnis den Parteivorstand auf, den bekannt gewordenen Antrag unmissverständlich umzuformulieren. „Dieser lässt bislang noch etliche Hintertürchen offenen und laviert um eine klare Aussage gegen das Kraftwerk herum“, kritisiert Jansen. Wer als Oberbürgermeister nicht alle Möglichkeiten zur Verhinderung des Kohlekraftwerks nutze, setze die Gesundheit der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer aufs Spiel und blockiere eine zukunftsfähige Energieversorgung.

 

Das geplante 400 Megawatt-Kraftwerk würde den von der Landeshauptstadt zu verantwortenden Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids auf einen Schlag um 50 % erhöhen. Trotz angeblich moderner Filtertechnik würden zudem jährlich mehr als 160 Tonnen des extrem gesundheitsschädlichen Feinstaubs und ein giftiger Cocktail aus Blei, Quecksilber, Arsen und anderen Schwermetallen die Lebensqualität beeinträchtigen.

 

Zwar sei die Stadt mit etwa 25 % nur noch Minderheitsaktionär an der Stadtwerke Düsseldorf AG, dennoch müsse der Einfluss im Aufsichtsrat genutzt werden, das überflüssige und schädliche Kraftwerk zugunsten Erneuerbarer Energien, Energiespartechnologien und dezentraler, Kraft-Wärme-gekoppelter Gaskraftwerke zu verhindern. Darüber hinaus fordert ASTR(H)EIN die Politiker auf, alle Möglichkeiten zur Rekommunalisierung der Stadtwerke zu nutzen. Nur so könne es gelingen, ein an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger sowie den Erfordernissen des Klimaschutzes orientiertes Energiedienstleistungsunternehmen zu schaffen.

 

 
 

11.06.2008

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Hängepartie um Steinkohlekraftwerk geht weiter

Die Hängepartie um den viel diskutierten Neubau eines Steinkohlekraftwerks in Düsseldorf geht in die erneute Verlängerung. Gestern teilte Stadtwerke-Vorstandschef Markus Schmidt auf der Podiumsdiskussion „Grundlastversorgung ohne Kohle und Atomkraft?“ anlässlich der Klimaschutztagung in Düsseldorf mit, dass nun erst im November eine Entscheidung über das Kraftwerksvorhaben getroffen werde. Es werde sehr genau und sauber kalkuliert und intensiv weiter geprüft, was Schmidt mit den Planungsunsicherheiten aufgrund gestiegener Primärenergiepreise und gestiegener Kosten für Kraftwerkskomponenten begründet. ASTR(H)EIN hatte schon frühzeitig auf diesen Umstand verwiesen und eine klare Absage an das Kraftwerk zugunsten Erneuerbarer Energien, Energiespartechnologien und dezentraler, Kraft-Wärme-gekoppelter Gaskraftwerke gefordert.

 

Unterstützung erhält ASTR(H)EIN vom Saarbrückener Energieexperten Prof. Dr. Uwe Leprich. Er forderte gestern die Reduktion der Stromerzeugung im Grundlastbereich aus Kohle und Atom und einen verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Wer 2010 noch ein Kohlekraftwerk baut, sollte richtig kalkulieren. Es könnte sein, dass das Kraftwerk frühzeitig vom Netz genommen werden muss“, so Leprich.

 

Grund dafür ist nicht zuletzt auch die Kostenexplosion für Kohlestrom. Dabei ist nicht nur die Preissteigerung beim Bau der Kraftwerke zu berücksichtigen, auch der Brennstoff Importkohle wird wegen der weltweit starken Nachfrage zunehmend teuer. Importierte Steinkohle hat in den letzten 8 Jahren eine Preissteigerung von über 80 % erfahren. Dazu kommt die absehbare vollständige Versteigerung der „Verschmutzungsrechte“ im Zuge des Emissionshandels ab 2013. Kohlestrom wird spätestens dann gegenüber dem kohlenstoffärmeren Brennträger Gas und Ökostrom deutlich teurer.

 

Unbestritten ist, dass mit dem Neubau von Kohlekraftwerken das angestrebte CO2-Reduktionsziel von 40 % bis 2020 unerreichbar bleibt. Das hatte zuletzt das im Auftrag der bündnisgrünen Landtagsfraktion erstellte EUtech-Gutachten „NRW-Klima2020“ aufgezeigt (s. http://www.bund-nrw.de/kohlekraftwerke.htm). Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass der zur Erreichung des 40%-Reduktionsziels erforderliche Ausbau der Erneuerbaren Energien und der KWK einen weiteren Zubau von Kondensationskraftwerken ausschließt. Andernfalls würden mit dem Neubau von Kohlekraftwerken Versorgungsstrukturen für bis zu 50 Jahre festgelegt, die allen Klimaschutzzielen diametral entgegenstehen.

 

Wer heute in energiewirtschaftlicher und -politischer Verantwortung steht, muss alle Energie darauf setzen den Energieverbrauch drastisch zu senken. Innovative Unternehmen finden bereits die Lösungen als Unternehmen für kommunale Belange aktiv zu sein, die Nähe zu den Kunden zu nutzen und durch Steigerung der Effizienz in der Erzeugung mittels dezentraler KWK-Lösungen zur Wärme-/Kälte-/Stromversorgung die notwendige Umstrukturierung einzuleiten. Darüber sollte ein Vorstandschef bei einer Klimaschutztagung referieren, nicht über die gute alte Zeit der Alleinherrschaft in der Energieerzeugung. ASTR(H)EIN wird aber auch die Politik an ihre diesbezügliche Verantwortung erinnern. So halten wir nur eine/n solche/n Oberbürgermeisterkandidaten/in für wählbar, der/die sich klar und deutlich gehen eine Kohlekraftwerk in Düsseldorf und für eine zukunftsfähige Energieversorgung ausspricht.

 
 

06.06.2008

Stadt Neuss lehnt Kohlekraftwerk ab


Die Stadt Neuss lehnt den geplanten Bau eines Kohlekraftwerks im Düsseldorfer Hafen ab. Planungs- und Umweltausschuss haben ihre Entscheidung gestern Abend mit zu hohen Schadstoffemissionen begründet. Die Bezirksregierung Düsseldorf verlange schon jetzt für Neuss Luftreinhaltepläne aufgrund zu starker Feinstaubbelastung. Diese werde durch ein Kohlekraftwerk weiter steigen, so die Kritik.

Deshalb fordert die Stadt Neuss, dass ein Kraftwerksbetrieb mit Kohle auf der anderen Rheinseite grundsätzlich ausgeschlossen werd
en soll.

 
 

21.05.2008

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Anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke Düsseldorfer teilt das Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN mit:

 

Die Stadtwerke Düsseldorf wären gut beraten, dass Steinkohlekraftwerksprojekt endlich offiziell zu beerdigen. Wie die Beispiele aus Köln, Herne und Bremen zeigen, rechnet sich ein solches Vorhaben heute nicht mehr. Durch die explosionsartige Steigerung der erwarteten Baukosten und die sich abzeichnende Verteuerung der CO2-Emissionszertifikate ab 2013 würde die Entscheidung für ein Steinkohlekraftwerk den Stromkunden teuer zu stehen kommen. Aktuelle Studien belegen: Schon bei einem Zertifikatspreis von 30 Euro/Tonne ausgestoßenen Kohlendioxids wäre ein Gaskraftwerk langfristig preiswerter. Aber auch ökologisch käme uns ein Steinkohlekraftwerk teuer zu stehen: Die Klimabilanz Düsseldorfs würde auf einen Schlag ruiniert, die Schadstoffbelastung durch Feinstaub und Schwermetalle drastisch erhöht, die Lebensqualität im Hafen und Umgebung beeinträchtigt.

 

ASTR(H)EIN fordert die Stadtwerke Düsseldorf auf, anstelle auf veraltete klimaschädliche Technik zu setzen, voran zu gehen, und Düsseldorf auf dem Weg zur klimafreundlichen Kommune zu unterstützen. In einem zukunftsfähigen Energiekonzept ist kein Platz für Kohlekraftwerke. Die Zukunft der Energieversorgung liegt im Energiesparen, den Erneuerbaren Energien und hocheffizienten dezentralen Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung. Das „Energieprogramm 2020“ der Stadtwerke Düsseldorf kann – trotz vieler Mängel - nur dann ansatzweise glaubwürdig ein, wenn der Klimakiller Kohle darin keinen Platz mehr findet.

 

Mehr Infos:

  • Eine Bewertung des „Energieprogramms 2020“ der Stadtwerke Düsseldorf finden Sie ...hier
  • zur Presseinformation der Stadtwerke Düsseldorf ...hier

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05.05.2008

Klima- und Energiekongress der Landesregierung

 
Astr(h)eine Demo am 5. Mai; Foto: D. Jansen
 
  Astr(h)eine Demo am 5. Mai; Foto: D. Jansen  
  Astr(h)eine Demo am 5. Mai; Foto: D. Jansen  
  Astr(h)eine Demo am 5. Mai; Foto: D. Jansen  
     

ASTR(H)EINER Protest gegen Kohlekraftwerk

Anlässlich des Klima- und Energiekongresses der Landesregierung NRW hat das Düsseldorfer Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein“ - ASTR(H)EIN heute in Essen zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Bürgerinitiativen aus Duisburg, Krefeld und Lünen gegen den geplanten Bau neuer Kohlekraftwerke demonstriert.

NRW kommt beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle zu. 35,5 % aller energiebedingten CO2-Emissionen Deutschlands stammen von hier. Trotzdem sollen nach dem Konzept der Landesregierung hierzulande bis 2020 ein Dutzend neuer Kohlekraftwerke – darunter auch das umstrittene Düsseldorfer Kraftwerk - gebaut werden. Die Landesregierung erwartet durch dieses Neubauprogramm eine rechnerische CO2-Einsparung von 30 Mio. t/a. Sie unterstellt dabei, dass mit der Inbetriebnahme von neuen Kraftwerken Altanlagen gleicher Leistungsklasse stillgelegt würden. Wir wissen: Das ist reines Wunschdenken! Die Kraftwerksbetreiber haben unbefristete Betriebsgenehmigungen und lassen die abgeschriebenen Altanlagen so lange wie technisch möglich laufen.

Dazu kommt, dass ein neues Kraftwerk in der Regel eine Betriebszeit von 40 bis 50 Jahren hat. Damit aber verbliebe bis über das Jahr 2020 hinaus ein hoher CO2-Sockel, der die von der Bundesregierung angestrebte Treibhausgasreduktion von 80 % bis 2050 unmöglich machen würde. Auch für die Düsseldorfer Klimabilanz wäre der Bau eines 400 MW-Steinkohlekraftwerks verheerend.

Neue Kohlekraftwerke und Klimaschutz sind unvereinbar! Deshalb fordert ASTR(H)EIN: Keine neuen Kohlekraftwerke! Vorrang für das Energiesparen und Erneuerbare Energien! Dezentrale Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung statt Klimakiller!

Mehr Infos zum Klima- und Energiekonzept der Landesregierung ...hier

 
 

BUND Hilden unterstützt ASTR(H)EIN

Bürgerbegehren gegen Stadtwerke-Verkauf in Hilden

Die Mehrheit aus  CDU, SPD, FDP und dUH (die Unabhängigen Hilden) wollen 49,9 % der Stadtwerke Hilden (SWH) an einen "strategischen Partner" verkaufen. Aus dem Bieterverfahren haben sich drei potenzielle Übernehmer ergeben: Stadtwerke Düsseldorf (SWD), Rheinenergie Köln und Stadtwerke Aachen (STAWAG). Gegen den Ausverkauf der Stadtwerke richtet sich ein Bürgerbegehren, dass von lokalen Bürgerinitiativen und dem BUND Hilden getragen werden.

Claudia Roth und Dieter Donner vom BUND Hilden:“ Mit dem geplanten Düsseldorfer Steinkohlekraftwerk soll mehr Strom erzeugt werden, als Düsseldorf braucht. Das führt dazu , dass forciert durch EnBW die Stadtwerke Düsseldorf die Hand nach weiteren regionalen Stadtwerken ausstreckt. Genau das wollen wir mit dem Bürgerbegehren verhindern. Ein riesiges Kohlekraftwerk in Düsseldorf würde einen Großteil seiner Schadstoff-Fracht - Feinstaub, radioaktive Substanzen u.s.w. - bei Westwind den Hildenern um die Ohren hauen.“

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens meinen, dass die Stadtwerke Hilden sich durchaus zutrauen können, die kommunalen Energieversorgung in der eigenen Hand zu behalten und den Service und die dezentrale Stromversorgung vor Ort zu organisieren und zu optimieren. Deshalb halten sie es auch für richtig ASTR(H)EIN zu unterstützen.

Mehr Infos:

 
 

08.04.2008

BUND und ASTR(H)EIN begrüßen Beitritt Düsseldorfs zum "Klima-Bündnis europäischer Städte" - jetzt Klare Absage an Steinkohlekraftwerk gefordert

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Aktionsbündnis „Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN“ begrüßen den Beschluss der Stadt Düsseldorf zum Beitritt in das Klima-Bündnis europäischer Städte. Er ist ein deutliches Signal, dass die Stadt Düsseldorf gewillt ist, den Weg hin zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung einzuschlagen. Doch die Stadt wird sich nicht an den Ankündigungen, sondern an den Taten messen lassen müssen.

BUND und ASTR(H)EIN erwarten jetzt eine deutliche Ablehnung das geplanten neue Steinkohlenkraftwerks im Düsseldorfer Hafen durch Oberbürgermeister Joachim Erwin und die Ratsfraktionen.

Der Beitritt zum Klima-Bündnis verpflichtet: Die Mitglieder bekennen sich zu einer kontinuierlichen Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen. Ziel ist, alle 5 Jahre die CO2-Emissionen um 10 % zu reduzieren. Dabei soll der wichtige Meilenstein einer Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen (Basisjahr 1990) bis spätestens 2030 erreicht werden. Langfristig streben die Klima-Bündnis-Städte und Gemeinden eine Verminderung ihrer CO2 Emissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro EinwohnerIn und Jahr durch Energiesparen, Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien an.

Käme das Steinkohlenkraftwerk, wären damit hingegen zusätzliche jährliche CO2-Emissionen von mindestens 2 Millionen Tonnen verbunden. Derzeit liegen die städtischen CO2-Emissionen (Industrie, Verkehr, Kleinfeuerungsanlagen) bei jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen. Das Kohlekraftwerk würde den Düsseldorfer Kohlendioxidausstoß also auf einen Schlag um etwa die Hälfte erhöhen und damit alle Selbstverpflichtungen im Rahmen des Klima-Bündnis ad absurdum führen. Auch die im Rahmen der „30 Initiativen für den Klimaschutz“ vorgestellten Maßnahmen der Stadt Düsseldorf, die bei konsequenter Umsetzung eine Senkung der CO2-Emissionen um 100.000 t jährlich erbringen sollen, würden damit Makulatur.

 
 

29.02.2008

Schaltjahr wörtlich genommen

Das Jahr 2008 ist ein Schaltjahr. ASTR(H)EIN  nimmt das wörtlich und hatte deshalb am 29. Februar zu einer

   
     
  Grüner Strom Label e.V.  
     
weiteren Ökostromwechselparty in das Uerige Brauhaus am Oberbilker Markt geladen. ASTR(H)EIN-Sprecher Dirk Jansen zeigte in seinem Vortrag auf, wie einfach die Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Beitrag für eine zukunftsfähige Stromversorgung leisten können, indem sie zu von unabhängigen Instituten zertifizierten Ökostromanbietern wie Elektrizitätswerke Schönau, Naturstrom, greenpeace energy oder Lichtblick wechseln. In der anschließenden Diskussion waren sich die Anwesenden mit Ratsmitglied Frank Laubenburg (Die Linke) einig, dass die Rekommunalisierung der Stadtwerke Düsseldorf ein vordringliches kommunalpolitisches Ziel sein muss. Zahlreiche TeilnehmerInnen der Veranstaltung nutzten später das Angebot zur Beratung durch die VertreterInnen der Ökostromanbieter. Etliche wechselten spontan den Stromanbieter.
 
 

28.02.2008

Kosten für Kraftwerkskomponenten explodieren / Stadtwerke verschieben Investitionsentscheidung

Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf vor dem Aus?

Die Stadtwerke Düsseldorf haben nun auch offiziell erklärt, frühestens im Mai eine Entscheidung über das geplante Steinkohlekraftwerk im Düsseldorfer Hafen zu fällen. Grund für das Hinausschieben der Investitionsentscheidung sind die explodierenden Kosten für Kraftwerkskomponenten, die eine neue Kalkulation notwendig machen. ASTR(H)EIN hatte schon vor Monaten darauf hingewiesen, dass die weltweite Stahlknappheit und die hohe Nachfrage im Kraftwerkssektor zu einer drastischen Verteuerung von Kohlekraftwerken führen werden. Im Vergleich zu größeren Kraftwerksblöcken schneidet ein relativ kleiner 400 MW-Kraftwerksblock, wie er in Düsseldorf geplant ist, in Sachen ‚Baukosten’ sogar noch schlechter ab. Dazu kommt, dass die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten ab 2013 beendet wird. Dann müssen Kraftwerksbetreiber aller Voraussicht nach die Verschmutzungsrechte zu 100 % ersteigern, was zu einer weiteren Verteuerung des Kohlestroms führen wird.

Andere Investoren haben aus dieser Entwicklung bereits die Konsequenzen gezogen.Nach Kraftwerksabsagen in Köln und Bielefeld war Ende Januar aus eben diesen Gründen der Baustopp für ein 750 MW-Kraftwerk in Herne verkündet worden.

Waren die Stadtwerke ursprünglich von Baukosten in Höhe von 500 Millionen Euro ausgegangen, so hatten sie diese Summe bereits Ende 2007 auf 580 Mio. € korrigiert. ASTR(H)EIN geht davon aus, dass es dabei nicht bleiben wird. Nach Branchenangaben sind die Preise für Kraftwerkskomponenten innerhalb eines halben Jahres um mindestens ein Viertel gestiegen. Für das Kraftwerk Herne stiegen den Investitionskosten sogar um 50% (von 1 auf 1,5 Mrd. €).

Die Stadtwerke Düsseldorf/EnBW wären also gut beraten, dieses weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvolle Vorhaben offiziell zu „beerdigen“.

  • Siehe auch Beitrag in der Rheinischen Post vom 28.02.2008 ...hier
 
 

22.02.2008

Ökostrom statt Kohlestrom - Wir schalten um!

Am Freitagabend organisierte ASTR(H)EIN, das Bündnis gegen das geplante Kohlekraftwerk im Düsseldorfer Hafen die Stromwechselparty im Brauerei am Dreieck in Derendorf.

Der Zauberer Bernd Mittelstedt sorgte mit kleinen Kunststückchen für Kurzweil, als Höhepunkt bot er energiesparend im Dunklen Jonglage mit Lichbällen und Lichtstäben.

Dirk Jansen, Sprecher der Initiative ASTR(H)EIN und der grüne Ratsherr Wolfgang Scheffler informierten über die Planung und den Unsinn des angedachten Kraftwerkes.

Bürgerinnen und Bürger jeden Alters ließen sich nach der Einführung von den vier Ökostromanbietern kostenlos beraten - und wechselten.

Tipps zum Wechsel zu einem Ökostromanbieter:

  Wechsel animiert  
 
Atom- und Kohleausstieg selber machen!
 
     



Es geht einfacher als man denkt.

Sie schließen bei einem Ökostromanbieter Ihrer Wahl (siehe unten) einen Vertrag ab. Dazu benötigen Sie lediglich

  • die Nummer Ihres Stromzählers
  • den Zählerstand.


Ihr neuer Ökostromlieferer setzt sich mit Ihrem bisherigen in Verbindung und klärt für Sie kostenfrei die Ablesung und Änderung. FERTIG.


Nun beziehen Sie ab dem von Ihnen festgelegten Datum Ökostrom.

ASTR(H)EIN empfiehlt vier Ökostromanbieter, bei denen Sie auch telefonsich beraten lassen oder per Internet wechseln können:

Elektrizitätswerke Schönau / Naturstrom / greenpeace energy / Lichtblick

Die Anbieter unterscheiden sich nicht wesentlich. Sie zeichnen sich gegenüber anderen Stromanbietern allerdings dadurch aus, dass sie einen Teil ihrer Einnnahmen in neue Projekte mit regenerativen Energien investieren.

 
 

13.02.2008

Aktionsbündnis begrüßt 30-Punkte-Klimaschutz-Plan / Klimaschutzziele in Düsseldorf aber nur ohne neues Steinkraftwerk erreichbar

ASTR(H)EIN fordert klares Bekenntnis gegen Steinkohlekraftwerk

Das Düsseldorfer Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein - ASTR(H)EIN“ begrüßt die von Oberbürgermeister Joachim Erwin vorgestellten „30 Initiativen für den Klimaschutz“ in der Landeshauptstadt. Anlässlich der morgigen Befassung des Umweltausschusses mit den Initiativen fordert ASTR(H)EIN jedoch ein klares Bekenntnis des Oberbürgermeisters gegen den geplanten Neubau eines Steinkohlekraftwerks in der Lausward. „Kommt das Kraftwerk, bleiben alle Klimaschutzziele auf der Strecke“, sagt der Sprecher des Aktionsbündnisses Dirk Jansen. Die bei konsequenter Umsetzung des Klimaschutzprogramms erzielbare Senkung der CO2-Emissionen um 100.000 Tonnen jährlich würde durch den kraftwerksbedingten Ausstoß von mindestens zwei Millionen Tonnen des Treibhausgases zu einer reinen Luftnummer degradiert. „Jetzt ist der Oberbürgermeister gefordert, diesem Klimakiller-Kraftwerk eine deutliche Absage zu erteilen. Wer A sagt, muss auch B sagen“, so Jansen.

In den „30 Initiativen für den Klimaschutz“ sieht ASTR(H)EIN eine erste Grundlage für ein kommunales Klimaschutzkonzept. Das Aktionsbündnis bemängelt jedoch, dass eine jährliche Überwachung und Bilanzierung der erreichten Fortschritte durch ein unabhängiges Institut  bisher nicht vorgesehen sei. Auch fehlten bislang einheitliche Standards für kommunale CO2-Bilanzen, die eine bundesweite Vergleichbarkeit ermöglichten. Es müssten daneben nicht nur die Stadtwerke sowie die Industrie- und Handelskammern, sondern vor allem auch die BürgerInnen und Umweltverbände bei Umsetzung und Controlling des Programms beteiligt werden.

Positiv bewertet ASTR(H)EIN die Pläne zum Ausbau der Photovoltaik auf städtischen Dächern. Zur leichteren Realisierung von Bürgersolaranlagen sei die Einrichtung einer städtischen Beratungs- und Koordinierungsstelle aber dringend erforderlich. „Ernst gemeinter Klimaschutz gelingt nur  mit einer dezentralen Energieversorgung auf Basis der Erneuerbaren Energien. Hier muss die Stadt alle Initiativen aktiv unterstützen“, meint Jansen. Auch die Möglichkeiten zur Optimierung des eigenen Beschaffungswesens seien noch längst nicht ausgereizt. So müsse angestrebt werden, den städtischen Strombedarf zu 100 % von zertifizierten Ökostromanbietern zu beziehen.

Für „extrem widersprüchlich“ hält ASTR(H)EIN die Aussagen des 30-Punkte-Programms zur Verkehrspolitik. „Wer DTM-Rennen auf der Kö und den hemmungslosen Flughafenausbau propagiert, klingt wenig glaubwürdig, wenn er die BürgerInnen zum Fahrradfahren animieren und die neuen Flughafenhallen mit Solarzellen ausstatten will“, kritisiert Jansen. Konzepte zur Verkehrsvermeidung fehlten beispielsweise ebenso wie konkrete Planungen für autoarme Wohnquartiere.

Trotz dieser und anderer Ungereimtheiten wertet ASTR(H)EIN die Bemühungen der Stadt Düsseldorf als zwar überfällige, aber begrüßenswerte Schritte auf dem Weg zu einer Kommune, in der Klimaschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Jetzt müsste der verbliebene Einfluss genutzt werden, das Kraftwerksprojekt der EnBW/Stadtwerke Düsseldorf zu stoppen.

Die "30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf" ...hier

 
 

Februar 2008

Astr(h)eine Ökostromwechselpartys und Infostände:

Das Jahr 2008 ist, was die Zukunft der Energieversorgung in Düsseldorf betrifft, ein entscheidendes Jahr. Wird das Kohlekraftwerk in Düsseldorf gebaut, verabschieden sich unsere Stadtwerke von einer klimafreundlichen Energieversorgung und die Bürgerinnen und Bürger werden zusätzlichen gesundheitlichen Risiken durch den Ausstoß Krebs erregender Feinstäube und gefährlicher Schwermetalle ausgesetzt.

 

Das dürfen wir nicht zulassen und rufen deshalb auf: Zeigen Sie den von der EnBW gesteuerten Stadtwerken die Rote Karte! Vollziehen Sie ihre persönliche Energiewende, indem Sie zu einen der zertifizierten Ökostrom-Anbieter wechseln!

 

ASTR(H)EIN unterstützt Sie dabei durch ein breites Informationsangebot:

   
   
     

 

  • Info-Stand, 9. Februar 2008, Barbarossaplatz, Oberkassel
  • Ökostromwechselparty am 22.02.2008, ab 18 Uhr, BAD, Blücherstraße 1 (am Derendorfer Dreieck)
 

Für Rückfragen:Mona Neubaur, diemona@gmx.li oder Susanne Ott, susanne.ott@gmx.com

[Einladungsflyer als Download ...hier]

  • "Steinkohlekraftwerk? Nein danke! Wir schalten um!",
 

Freitag, 29. Februar 2008, Einlass ab 19.00 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, Uerige Brauhaus am Oberbilker Markt, Eisen-/Ecke Bogenstraße

Für Rückfragen: gisela.mikala@heiko-mikala.de

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie von dem Angebot Gebrauch machen würden und auch Ihre Freunde und Bekannten zum Ökostromwechsel animieren könnten. Wer ist nicht zu den Stromwechselpartys schafft, kann sich auch einfach unter http://www.atomausstieg-selber-machen.de/wechsel informieren.

 
 

10.01.2008

Ökostromwechselparty am Freitag, den 18. Januar 2008 in Düsseldorf

Wo: Düsseldorf / Unterbilk, Raum für Kommunikation, 40219 Bürgerstr. 21 / Nähe Lorettostr., rotes Tor/ Hinterhaus

Wann:

  • 16.00 Uhr Info und Beratung - Die erste Runde für alle, die abends nicht dabei sein können
  • 18.30 Uhr Info und Beratung- die zweite Runde. Bitte bringen Sie Ihre Stromrechnung mit!
  • 19.30 Uhr Informationen zu den vier Ökostromanbietern: EWS, Elektizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom und Dirk Jansen, Sprecher von ASTR(H)EIN

(Fragen und Antworten, Energiespartipps, Möglichkeiten zum Wechsel, Energiespar-Tombola mit Verlosung)

     
   
     
 

dazu frische saisonale Genüsse vom Friedensplätzchen

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  • Veranstalterinnen:
 

Anja Vorspel, BÜFEM, Büro für erforderliche Maßnahmen www.buefem.de

Karin R`hila, Für Menschen und Orte, Raum für Kommunikation

 

  • Catering: Inge Heuschen

 

 
 

23.11.2007

Kritik am Stadtwerke Energieprogramm

Das am 16. November 2007 seitens der Stadtwerke Düsseldorf vorgestellte Energieprogramm 2020 ist nicht geeignet, die Blaupause für die Zukunft der Düsseldorfer Energieversorgung zu liefern, so das Fazit der BUND-Analyse.

Trotz positiver Ansätze im Bereich Energiesparen und Erneuerbare Energien ist das Stadtwerke-Programm ungeeignet, den klimaschutzpolitischen Notwendigkeiten Rechnung zu tragen. Der Anspruch, den Kunden „ein hohes Maß an Umwelt- und Klimaschutz mit gleichzeitig günstigen Energiepreisen zu gewährleisten“ wird verfehlt.

Für den 5. März 2008 wird nunmehr die Entscheidung für oder gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks erwartet. Der BUND und ASTR(H)EIN hoffen, dass die Stadtwerke bzw. EnBW die ökonomischen und ökologischen Realitäten und Notwendigkeiten erkennen, und auf die Realisierung dieses für Düsseldorf ebenso überflüssigen wie schädlichen Vorhabens verzichten. Stattdessen sollten die eingesparten 580 Millionen in effiziente Energieversorgungsstrukturen, Energiespartechnologien und Erneuerbare Energien investiert werden. Das wäre ein wahres Energieprogramm 2020, das die Stadt Düsseldorf zu einem zukunftsfähigen Vorbild machen könnte.

Mehr Infos:

 
 

17.11.2007

Energiekonferenz der Düsseldorfer SPD

"Kohle killt das Klima - Gabriel findet's prima!"

Am 17. November fand auf Einladung der Düsseldorfer SPD unter dem Titel „Düsseldorf - Modellstadt für nachhaltige Energiepolitik“ eine Energiekonferenz statt, zu der auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sein Kommen zugesagt hatte. Im Zentrum der Diskussion stand das geplante Steinkohlenkraftwerk in Düsseldorf. Während die Vertreter der Energiewirtschaft ihr umstrittenes Projekt verteidigten, waren sich die Energie- und Umweltexperten einig , dass Kohlekraftwerke angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels keine Zukunft haben dürfen.

     
   
   
  ASTR(H)EIN-Protest gegen das geplante Steinkohlekraftwerk anlässlich der SPD-Energiekonferenz. Die Sinnhaftigkeit eines solchen Kraftwerks diskutierten auf Einladung der Düsseldorfer SPD-Vorsitzenden Karin Kortmann (v.l.n.r.): Prof. Dr. Peter Hennicke (Wuppertal-Institut), Dirk Jansen (BUND), Markus F. Schmidt (Stadtwerke Düsseldorf), Dr. Axel Horstmann (EnBW) und Staatssekretär Michael Müller.  
     

 

Das Düsseldorfer Aktionsbündnis Sauberer Strom am RheinASTR(H)EIN nutzte die Gelegenheit, auf die unverantwortliche Kohle-Vorrang-Politik des Bundesumweltministers aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Kohle killt das Klima - Gabriel findet's prima!" fand parallel zur Diskussion im Konferenzraum der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) eine Mahnwache statt.

  

Hintergrund ist, dass Minister Gabriel derzeit durch Deutschland reist, um landauf landab den Bau neuer Kohlekraftwerke zu propagieren (siehe Krefeld). Wie dass mit dem Ziel der Bundesregierung einer 40%-igen Kohlendioxid-Reduktion bis zum Jahre 2020 zusammen passen soll, konnte Gabriel bislang nicht erklären.

Allein, der Bundesumweltminister erschien erst gar nicht. Der in seiner Vertretung angereiste Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, machte - deutlicher als sein Chef - klar, vor welcher existenzieller Herausforderung die Menschheit wegen des Klimawandels steht. Ein Umsteuern, weg von den kohlenstoffreichen Energieträgern Braun- und Steinkohle sei unumgänglich. Hierfür müsste auch entsprechende gesetzliche Vorgaben und Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Während der Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer Stadtwerke AG und der EnBW-Generalbevollmächtigte das Projekt eines Steinkohlekraftwerks in Düsseldorf verteidigten, wendete sich der NRW-Geschäftsleiter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Dirk Jansen, vehement gegen das Vorhaben. Dieses sei ebenso überflüssig wie schädlich.

Unterstützung bekamen die Kraftwerksgegner auch vom Präsidenten des Wuppertal-Instituts, Prof. Dr. Peter Hennicke. Er forderte die Energiewirtschaft auf, anstelle auf große zentrale Kohlekraftwerke auf dezentrale, Kraft-Wärme-gekoppelte Anlagen, Energiespartechnologien und Erneuerbare Energien zu setzen.

Fazit von ASTR(H)EIN: Die Diskussion hat die Position der KraftwerkskritikerInnen deutlich gestärkt. Außer den von EnBW gesteuerten Stadtwerken will niemand das Kraftwerk. An die Düsseldorfer SPD erging der ASTR(H)EIN-Appell, alle Möglichkeiten zur Rekommunalisierung der Stadtwerke zu nutzen und sich im Sinne einer zukunftsfähigen Energiestruktur ohne den Klimakiller Kohle zu positionieren.

    Mehr Infos:

    • Statement von BUND-Geschäftsleiter und ASTR(H)EIN-Sprecher Dirk Jansen [ ...hier]
 
 
     
 

15.10.2007

Kreativer Kraftwerks-Protest

Am Unteren Rheinwerft ist derzeit eine besonders kreative Art des Kraftwerk-Protests zu bewundern: StraßenmalerInnen machen auf die Folgen des Vorhabens für uns DüsseldorferInnen aufmerksam und fordern zum Stromwechsel weg von den Stadtwerken und hin zum Ökostromanbieter auf.

[Foto/M. D. Jansen]

 
     
 
 

11.10.2007

   
   
 

Einig in der Ablehnung eines Klimakiller-Kraftwerks in Düsseldorf (v.l.n.r.): Udo Sieverding (VZ), Bärbel Höhn (MdB) , Dirk Jansen (ASTR(H)EIN), Mona Neubaur (ASTR(H)EIN), Dr. Bernd Kaufmann (Ärzteinitiative)

 
   

Bürgerforum diskutiert über umstrittenes Kraftwerk

"Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf? Nein danke!"

Etwa 150 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung des Aktionsbündnis ASTR(H)EIN in das Stadtmuseum Düsseldorf gefolgt, um sich im Rahmen eines Bürgerforums über die Pläne der Stadtwerke zum Bau eines Steinkohlekraftwerks in der Lausward (Hafen) zu informieren.

Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND NRW und ASTR(H)EIN-Sprecher stellte die Planung des 400 MW-Kraftwerks vor und erläuterte die Folgen für Mensch und Umwelt. Dieses Projekt sei überflüssig und schädlich. Sämtliche Bemühungen zum Klimaschutz würden durch einen solchen Klimakiller konterkariert. Letztendlich müssten die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit ihrer Gesundheit für die Expansionspolitik der EnBW als Mehrheitseigner der Stadtwerke bezahlen. Jansen rief die VerbraucherInnen dazu auf, den Stadtwerken die "rote Karte" zu zeigen und zu Ökostromanbietern zu wechseln.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der bündnisgrünen Bundestags-fraktion Bärbel Höhn warnte vor dem Kraftwerksbau. Wer jetzt ein solch überdimensioniertes Kraftwerk plane, schädige nicht nur für 40 Jahre das Klima, sondern verbaue die Zukunft. Die für die Eigenversorgung Düsseldorfs noch fehlende Kapazität von 115 MW könne durch Energiesparen, Erneuerbare Energien und gegebenenfalls Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden. Zudem bezweifelte Höhn die Rentabilität des Vorhabens. In Bremen, Köln und Bielefeld seien deshalb Steinkohlekraftwerksplanungen wegen der explodierenden Kosten gestoppt worden.

Für Dr. Bernd Kaufmann, Gründer der Krefelder Ärzteinitiative gegen das dort geplante Steinkohlenkraftwerk, sind Kohlekraftwerke trotz "modernster" Filtertechnik verantwortlich für Atemwegserkrankungen, Lugenfunktionsstörungen, Allergien und vorzeitige Todesfälle. In Krefeld hätten sich deshalb mehr als 150 Ärzte und Apotheker gegen das dort geplante Kohlekraftwerk (s. www.uerdinger-kohlekraftwerk.de) ausgesprochen. Insbesondere die hohe Feinstaubbelastung durch Kohlekraftwerke sei inakzeptabel.

Udo Sieverding , Gruppenleiter Energie bei der Verbraucherzentrale NRW, wies schließlich den Weg, wie die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre persönliche Energiewende, weg von Kohle und Atom und hin zu umweltfreundlichen Energien, vollziehen könnten. Bei zertifizierten Ökostromanbieter bezogene Energie (Grünes Strom Label, ok power) sei schon heute preiswerter als die Grundversorgung der Stadtwerke Düsseldorf. Hart ins Gericht ging Sieverding mit dem Stadtwerke-Angebot. Der vermeintlich ökologische naturrhein-Strom sei so genannter "Ohnehin"-Strom aus alten Wasserkraftwerken, der nicht die strengen Anforderungen von "Grünem Strom Label" und "ok power" erfülle.

 
 
 
 

11.08.2007

     
 
 
 
 

Für saubere Luft und ein prima Klima in Düsseldorf

Aktionsbündnis protestiert gegen

Steinkohlekraftwerk im Hafen

 

Mit einer Demonstration vor den Stadtwerken im Düsseldorfer Hafen hat das Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein – ASTR(H)EIN“ heute eine Informationskampagne zur Verhinderung des geplanten Steinkohlekraftwerks gestartet.

Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter und  ASTR(H)EIN-Sprecher: „Für das Klima ist es 5 vor 12. Wer in Zeiten fortschreitenden Klimawandels noch auf den Klimakiller Kohle setzt, handelt verantwortungslos. Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern. Neben jährlich bis zu 3 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid soll das Stadtwerke-Kraftwerk 160.000 kg gesundheitsschädlichen Feinstaub und 200 kg des Nervengifts Quecksilber ausstoßen – das müssen wir Düsseldorfer verhindern.“

Das berechnete Maximum der prognostizierten Zusatzbelastung mit Feinstaub liegt in 3,7 km Entfernung zum geplanten Kraftwerk in Pempelfort. 4,5 km entfernt wird mit maximalen Konzentrationen von Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und  Fluorwasserstoff gerechnet, während das Maximum der Stickstoffdioxid-Zusatzbelastung in Mörsenbroich (6,3 km) liegt. Arsen, Blei, Cadmium, Thallium und Quecksilber werden zusätzlich ausgestoßen. Dazu werden Überschreitungen der Lärm-Grenzwerte im Umfeld des Düsseldorfer Hafens und in Heerdt erwartet. Bis zu 150 Tonnen Import-Steinkohle sollen stündlich in dem Kraftwerk verfeuert werden. Bei 7.500 Betriebsstunden summiert sich das auf einen jährlichen CO2-Ausstoß von bis zu 3 Millionen Tonnen.

„Dabei ist das Kraftwerk zur Stromversorgung Düsseldorfs vollkommen überflüssig“, sagt Dirk Jansen. „Zur Deckung des maximal auftretenden Bedarfs fehlen bestenfalls Eigenerzeugungskapazitäten von etwa 100 Megawatt. Diese Lücke könnte aber leicht durch Stromsparmaßnahmen und Erneuerbare Energien geschlossen werden.“ Das Aktionsbündnis 

     
   

ASTR(H)EIN wirft dem Strommulti EnBW als Hautanteilseigner der Stadtwerke Düsseldorf vor, das 400-Megawatt-Kraftwerk nur bauen zu wollen, um Marktanteile im vom RWE beherrschten NRW-Strommarkt zu erobern – und das zu Lasten der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger.

ASTR(H)EIN wird deshalb in den nächsten Monaten eine Informationskampagne zur Verhinderung des Kraftwerks durchführen. Neben Info-Ständen und Aktionen in den Stadtteilen wird es am 11. Oktober 2007 eine zentrale Veranstaltung geben.

 

Mehr Infos: Das neue Info-Blatt "Steinkohlekraftwerk im Düsseldorfer Hafen? NEIN DANKE!" als Download ...hier

 
 

07.08.2007

"Ökologisch sinnvoll ist das Effizienzkraftwerk"

 
 
 

Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts

Foto: Wuppertal Institut

 
     

Kohlekraftwerke gehören zu den größten CO2-Emittenten in Deutschland. In Düsseldorf würde der Bau des geplanten 400-Megawatt-Steinkohlekraftwerks den Treibhausgasaustoß der Stadt um 50 Prozent erhöhen.

Als ökologisch sinnvolle Alternative schlägt der Präsident des renommierten Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Peter Hennicke den Bau eines "Effizienzkraftwerks" vor. Dabei würde der geplante Neubau des Kohlekraftwerks durch etwa ein Drittel Stromsparmaßnahmen beim Kunden, ein Drittel dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Erneuerbare Energien sowie ein Drittel durch Beteiligung an einem Großkraftwerk ersetzt. Dies sei wirtschaftlicher, umweltfreundlicher und würde mehr Arbeitsplätze schaffen.

Sollten sich die Stadtwerke und EnBW nicht den innovativen Bau eines "Effizienzkraftwerks" zutrauen, plädiert Hennicke für einen Kompromiss: Stadtwerke und EnBW finanzieren aus Konzessionsabgabe, Gewinnen und einer kleinen Strom- und Gaspreisumlage nach dem Vorbild von Hannover einen Düsseldorfer Klimaschutzfonds. Dieser könne Energiesparmaßnahmen, dezentrale KWK und erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung beim Kunden fördern und damit einen Teil der CO2-Emissionen aus dem neuen Kraftwerk kompensieren.

Dem Argument, ohne Kohle sei die Versorgungssicherheit gefährdet, hält Hennicke entgegen, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bundesweit bis 2020 auf fast 30 Prozent anwachsen wird und bei der dezentralen Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung zusätzlich ein wirtschaftliches Potenzial von mindestens 20 Gigawatt besteht. Zudem können laut einer Studie von Wuppertal Institut und E.ON bundesweit rund 100 Terawattstunden Strom (also ca. 10 Großkraftwerke) durch Effizienzmaßnahmen vermieden werden.

Auch der Einsatz von Erdgas in modernen Kraft-Wärme/Kälte-Kopplungsanlagen als Brückenenergie zu mehr Erneuerbaren Energien macht ökologisch Sinn und ist wirtschaftlich darstellbar, wenn der Wettbewerb zwischen Erdgaslieferanten ausgenutzt wird. Doch besteht, so Hennicke, beim Energieträger Erdgas das Risiko, dass die Abhängigkeit von Importen weiter wächst und somit der Strompreis steigt.

 

 
 

18.07.2007

Ergebnis des Scoping-Termins:

Stadtwerke müssen erheblich nachbessern

Am 8. Mai fand bei der Bezirksregierung Düsselorf der Termin zur Festlegung des Untersuchungsumfangs für die Umweltverträglichkeitsprüfung des geplanten Kraftwerks statt. Der BUND hatte hierzu eine dezidierte Stellungnahme eingereicht. Nben dem BUND hatten auch andere Träger öffentlicher Belange, z.B. die Stadt Düsseldorf, weiter gehende Forderungen erhoben. Nun liegt das offizielle Protokoll des Scoping-Termins vor.

Einige wesentliche Schlussfolgerungen daraus werden im Folgenden wiedergegeben:

  • Über die Errichtung und den Betrieb des Vorhabens soll im Vorbescheidsverfahren und anschließenden Teilgenehmigungen entschieden werden.
  • Der Untersuchungsraum für die Umweltverträglichkeitsuntersuchung erstreckt sich auf einen Kreis mit 7 km Radius um den Schornstein.
  • Im Einwirkungsbereich der Anlage befinden sich reine Wohngebiete (Oberkassel) und das Heerdter Krankenhaus. Dort werden die Immissionsrichtwerte gemäß TA Lärm nachts bereits überschritten, weshalb weitere Emissionen nicht uneingeschränkt zulässig seien.
  • Es wird konstatiert, dass die Aussage, wonach die Zusatzimmissionen aller Kraftwerksblöcke zusammen unter den Irrelevanzwerten der TA Luft bleiben, nicht belegt ist.
  • Das Maximum der Zusatzbelastung mit Feinstaub liegt in 3,7 km Entfernung in Pempelfort. Das Maximum der Stickstoffdioxid-Zusatzbelastung liegt in Mörsenbroich (6,3 km). (Die Ausbreitungsrechnungen beruhen auf den Wetterdaten am Flughafen! Besser: Wetterstation Reisholz!) Für beide wird das Irrelevanzkriterium geltend gemacht.
  • ·Trotz dieser „geringen“ Zusatzbelastungen ist im Vergleich zur heutigen Situation von einer eindeutigen Verschlechterung der lufthygienischen Situation auszugehenDer Grenzwert für NOx ist bei Kohlefeuerungen doppelt so hoch wie beim GuD-Block A, der Grenzwert für Staub sogar vierfach so hoch, wobei GuD-Anlagen selbst den niedrigen Grenzwert in der Regel bei weitem nicht ausschöpfen.“ (S. 5/6)
  • Die Stadt Düsseldorf geht davon aus, dass auch die „geringfügige“ Zusatzbelastung zu weiteren Straßenabschnitten mit Grenzwertüberschreitungen führen wird.
  • Dass die Stadtwerke die Auskoppelung der Fernwärme trotz des von ASTR(H)EIN kritisierten Nullsummenspiels und fehlender Ausbaukonzepte vorantreiben, liegt offenbar daran, dass sie dann im Zuge des Emissionshandels von einem Sonderzuteilungsrecht in Höhe von 27 t CO2/GWh Gebrauch machen können.
  • ·Dass Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) geht davon aus, dass von den Staubemissionen von 24 kg/Stunde 88 % auf PM10 und 69 % auf PM 2,5 entfallen. Es konstatiert ferner, dass wegen fehlender Daten zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Bewertung der Irrelevanz der Zusatzbelastung erfolgen könne.
  • Aus der Vorhabensbeschreibung ergeben sich Hinweise, dass für NO2 eine Überschreitung des Immissionswertes der TA Luft durch die Gesamtbelastung möglich ist.

Fazit: Das Kraftwerk ist nicht genehmigungsfähig!

 

 
 

06.07.2007

 
Oliver Mueller, Dirk Jansen, Mona Neubaur
 
 

Stellten das Aktionsbündnis heute vor der Presse in Düsseldorf vor (v.l.n.r.): Oliver Müller, Dirk Jansen, Mona Neubaur

Foto: A. Vollmert

 

Steinkohlekraftwerk in der Lausward? - Nein danke!

Aktionsbündnis gegen Kraftwerk gegründet

Zahlreiche Düsseldorfer Vereine, Verbände und Institutionen haben sich jetzt zum Aktionsbündnis "Sauberer Strom am Rhein - ASTR(H)EIN" zusammengeschlossen, um den von den Stadtwerken geplanten Bau eines 400-Megawatt-Steinkohlekraftwerks im Düsseldorfer Hafen zu verhindern und für eine umweltfreundliche Energieerzeugung zu werben. Zu den Gründungsmitgliedern des Aktionsbündnis' gehören u. a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Düsseldorfer Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, das Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ) sowie das Umweltforum Düsseldorf, eine Gesprächsplattform zahlreicher lokaler Umwelt- und Naturschutzgruppierungen.  

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